Kita-Gebühren bleiben stabil - Betreuung in der Kernzeit ab August kostet mehr

Wird teurer: Die Gebühren in den Homberger Kindergärten werden zwar nicht erhöht, dennoch müssen viele Eltern ab August mehr zahlen. Foto: Archiv

Homberg. Gegen eine Gebührenerhöhung in den Kindergärten haben sich die Homberger Stadtverordneten in der vergangenen Woche ausgesprochen. Dennoch müssen sich die meisten Eltern von Kindergartenkindern auf zusätzliche Kosten einstellen.

Eltern von Kindergartenkindern müssen in Homberg ab August mehr zahlen - und das, obwohl die Kindergartengebühren nicht steigen werden. Die wichtigsten Fragen und

Warum wird die Betreuung der Kindergartenkinder auch ohne Gebührenerhöhung teurer? 

Statt 16 gibt es ab August noch neun Module. Durch die Veränderung der Betreuungsmodule wird die Kernzeit um eine halbe Stunde verlängert und kostet künftig mehr. Bislang ging die Kernzeit von 7.30 bis 12.30 Uhr. Ab August: 7.30 Uhr bis 13 Uhr. Durch die zusätzliche halbe Stunde wird die Betreuung dann im Monat statt 90 Euro, 110 Euro kosten.

Warum hat sich die Stadt für die Veränderung der Module entschieden? 

Letztlich ging es darum, eine höhere Landesförderung zu bekommen, erklärte Bürgermeister Dr. Nico Ritz im HNA-Gespräch. Die gibt es bei einer Betreuungszeit ab 25 Stunden/Woche. Rund 60 000 Euro zusätzlich erhält die Stadt so für den hochdefizitären Kindergartenbereich (siehe Hintergrund) vom Land. Derzeit sind es 2060 Euro pro Kind (unter Dreijährige), künftig gibt es 3100 Euro, so Hauptamtsleiter Joachim Bottenhorn.

Wie viele Eltern sind von der Kostensteigerung betroffen? 

Eine genau Zahl konnte Joachim Bottenhorn auf HNA-Anfrage nicht nennen. Doch nutzten die meisten Eltern der insgesamt 280 Kindergartenkinder in den städtischen Einrichtungen die Regelbetreuung.

Ein Beispiel nennt Dr. Tom Breiding aus Wernswig, dessen Familie eine von den Betroffenen ist: „Im aktuellen Kindergartenjahr sind in Wernswig 35 Kinder gemeldet, davon nutzen 22 Kinder die Zeit von 7.30 bis 12.30 Uhr. Durch das Streichen des Moduls und der Verlängerung der Kernzeit auf 13 Uhr und damit 5,5 Stunden Betreuungszeit, sind 22 Eltern gezwungen, 20 Euro an Mehrkosten im Monat aufzubringen.“

Familienvater Breiding betont, dass ihn weniger die Mehrkosten als das Verhalten der Stadtverordneten ärgere. Denn diese hatten nicht gesagt, dass zusätzliche Kosten anfallen.

Kommen noch weitere Kosten auf die Eltern zu? 

!Wer sein Kind über die Kernzeit hinaus betreuen lassen will, zahlt für jedes weitere Zeitmodul Geld. Die Gebühren dafür haben sich aber nicht verändert.

Zusätzliche Kosten fallen zudem wie bislang für die Betreuung von unter Dreijährigen (30 Euro) an und für das Mittagessen.

Tiefes Loch in der Kasse

 

Die Kinderbetreuung sorgt in der Kasse der Stadt Homberg jedes Jahr aufs Neue für ein tiefes Loch. Im Jahr 2014 lag das Defizit in diesem Bereich bei 1,86 Millionen Euro. Für 2015 liegt die derzeitige Berechnung bei 2,2 Millionen Euro und für 2016 sieht der Haushaltsplan ein Defizit von 2,6 Mio. Euro vor, betonte Hauptamtsleiter Joachim Bottenhorn auf Anfrage der HNA.

Etwa zehn Prozent der Kosten erwirtschafte man aus den Gebühren, hatte Bürgermeister Dr. Nico Ritz bereits erklärt.

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