Auszubildende engagierten sich: Einpacken bei der Tafel für Bedürftige

Ehrenamtliches Engagement: Tobias Völker (links, 19) aus Borken und Anton Kaltschnee (19) aus Treysa unterstützten in den vergangenen Wochen die Tafel in Homberg. Hier packen sie gerade einen Lebensmittelkorb für Feras Issa und seine sechsköpfige Familie. Foto: Dessauer

Schwalm-Eder. Die Tafeln im Kreis leiden unter akuter Personalnot - das betont Peter Laukner von der Homberger Tafel. Deshalb sei die Unterstützung durch 12 junge Auszubildende in den vergangenen vier Wochen umso hilfreicher gewesen.

Die Azubis der Kreissparkasse Schwalm-Eder haben sich im Zuge ihrer Ausbildung dem sozialen Projekt „Anpacken für eine gute Sache - Tafelarbeit“ gewidmet und an zwei Tagen pro Woche den Mitarbeitern der vier Schwalm-Eder-Tafeln in Melsungen, Fritzlar, Homberg und Schwalmstadt unter die Arme gegriffen. Sie halfen bei der Koordinierung und Vorbereitung der Lebensmittel und bei der Ausgabe.

Doch nicht nur das - die Azubis griffen für eine Geldspende auch in die eigene Tasche. Pro Monat spenden die insgesamt 29 Auszubildenden der Kreissparkasse drei Euro ihres Lohns in einen Fond. Dieser wurde nun in Form eines Schecks über 1500 Euro durch Ann-Kathrin Häßler von der Jugend- und Auszubildendenvertretung der Sparkasse an die Tafeln übergeben.

Mit Herzblut bei der Sache

Für die Azubis solle es darum gehen, „in menschlicher Hinsicht etwas mitzunehmen“, erklärt Sparkassendirektor Thomas Gille. Und denen imponierte die Arbeit der Ehrenamtlichen: „Man sieht, dass alle mit Herzblut bei der Sache sind“, sagt der 19-jährige Pascal Heck aus Loshausen. Die Azubis sind sich einig, dass die im vergangenen Jahr ins Leben gerufene Aktion für künftige Jahrgänge fortgesetzt werden soll. Die Homberger Tafel stellt seit 2005 Bedürftigen aussortierte Lebensmittel gegen geringen finanziellen Aufwand zur Verfügung.

Homberger Tafel in Zahlen

700 Menschen werden zurzeit im alten Kirchenkreis Homberg - dazu zähle Borken, Homberg und Knüllwald - durch Spenden der Tafel unterstützt.

340 von ihnen sind Karteninhaber. Nur mit einer Karte bekommen sie Lebensmittel. Darauf ist vermerkt, für wie viele Personen sie einkaufen.

243 Kinder und Jugendliche sind unter den Bedürftigen im Einzugsgebiet der Homberger Tafel. Die Zahl sei in den vergangenen Jahren stark gestiegen, sagt Peter Laukner, Koordinator der Tafel.

66 Prozent der Personen, die regelmäßig Lebensmittelspenden der Homberger Tafel annehmen, sind Asylbewerber.

65 Abholer kommen im Schnitt Dienstags und Donnerstags zu den Öffnungszeiten der Tafel zwischen 14 und 17 Uhr. Sie müssen sich vorher für einen Termin anmelden und werden dann der Reihe nach namentlich aufgerufen.

3 Wochen muss jeder Karteninhaber warten, bis er wieder Lebensmittel bei der Tafel abholen darf. Diese Regelung besteht seit dem 1. April dieses Jahres. Vorher konnten Bedürftige alle zwei Wochen neue Lebensmittel holen.

2 Euro muss jeder Erwachsene pro Abholung an die Tafel zahlen. Für Kinder ist das Angebot umsonst. Daraus und aus Spenden - wie etwa der Kirchenkollekte - finanziert sich die Tafel. (mad)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.