Azubis lernen im Ausland - Auch Auszubildende können am Erasmus-Programm teilnehmen

Lisa Vaupel mit ihren italienischen Chefs: Massimo Pulin (rechts) und sein Partner Roberto Postiglione verabschieden sich von Lisa.

Homberg. Für viele Studenten ist der Auslandsaufenthalt während des Studiums über das europäische Bildungsprogramm Erasmus ein fester Bestandteil der Ausbildung. Doch nicht nur Studenten an Universitäten haben die Chance daran teilnehmen, auch Auszubildende können von dem EU-Programm profitieren.

„Erasmus+“ heißt die Erweiterung des Programms und fördert seit 2014 auch Auszubildende in allen Berufszweigen. Auch Sandra Vaupel aus Homberg hat an dem Programm teilgenommen. Sie war für fünf Wochen in Italien. Dort hat sie im Betrieb eines Schuhmachers in Vicenza mitgearbeitet.

Lisa Vaupel ist Auszubildende im zweiten Lehrjahr bei Schott Orthopädie-Schuhtechnik in Homberg. Ihr Chef, Markus Schott, kam mit der Idee, ein Auslandsaufenthalt zu machen, auf sie zu. Der Kontakt zu der italienischen Firma wurde durch die Handwerkskammer hergestellt. „Wenn man mehr über das Schuhhandwerk lernen möchte, dann ist man in Italien an der richtigen Adresse“, sagt Schott und so fuhr Lisa Vaupel zu einem Vorstellungsgespräch. „Ich hatte zwar eine deutschsprachige Begleitung dabei, aber ich musste mich auch kurz auf italienisch vorstellen“, sagt Lisa Vaupel.

Im Betrieb hat sie direkt mitgearbeitet. Wichtige Vokabeln hat sie vor der Reise gelernt. „Vieles haben wir auch mit Englisch geregelt“, sagt die Auszubildende, die neben einer anderen Arbeitsweise in Italien vor allem kulturell viel nach Homberg mitgenommen hat. „Ich war bei einer Gastfamilie untergebracht und habe viel über die italienische Lebensweise gelernt“, sagt die 22-Jährige. So konnte Lisa Vaupel in den fünf Wochen viele Städte besuchen und neue Freundschaften schließen.

Matthias Werner von der Handwerkskammer in Kassel berät Unternehmen in Sachen „Erasmus+“. „Vielen Auszubildenden und Chefs ist dieses Angebot gar nicht bekannt. Dabei kann jeder mitmachen und ein Aufenthalt ist in jedem Land möglich“, sagt der Berater.

Durch das Programm können unbeliebte Ausbildungsberufe attraktiver gestaltet werden, ist sich Werner sicher. „Nicht nur der Auszubildende profitiert davon, sondern auch das Unternehmen mit neuen Geschäftskontakten in ganz Europa“, sagt Werner.

Bedingungen für das Programm

Der Ausbildungsbetrieb muss die Lehrlinge für die Zeit des Auslandsaufenthalts freistellen. Die Arbeitsvergütung muss in dieser Zeit weitergezahlt werden. Der verpasste Stoff aus der Berufsschule muss eigenständig nachgeholt werden. Grundkenntnisse der Landessprache sollten vorhanden sein. Finanziell erhalten die Auszubildenden einen Reisekostenzuschuss sowie eine Tagespauschale. Die An- und Abreise sowie die Unterbringung wird durch das Erasmus-Prgramm gestellt.

Von Axel Schürgels

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