Im Kindergarten in Rengshausen wird ein speziell ausgebildeter Hund eingesetzt

Ben beruhigt die Kinder

Eine reine Freude: Susanne Richardt und Katja Ebert mit Therapiehund Ben in der Krabbelgruppe mit von links Lino, Mattis und Lily, die Ben gerade streichelt. Foto: Thiery

Rengshausen. Wenn Ben in den Kindergarten Rengshausen kommt, ist die Begeisterung groß: Kleine Hände verwuscheln sich sofort im dichten, blonden Fell des freundlichen Golden Retrievers. Der dreijährige Rüde nimmt das gelassen hin. Er ist schließlich Experte im Umgang mit Kindern. Ben ist ausgebildeter Therapiehund und hat schon in Südhessen in einem Kindergarten gearbeitet. Jetzt soll er seinen neuen Job in Rengshausen antreten.

Frauchen Katja Ebert arbeitet seit neuestem im Rengshäuser Kindergarten und bringt das ausgebildete Tier nun häufiger mit zur Arbeit. Der Kontakt zum Hund soll fester Bestandteil im Nachmittagsangebot des neuen Kindergartens werden. Ebert ist Erzieherin und studierte Heilpädagogik. Ihr Interesse, Hunde mit in ihren Job einzubeziehen, stammt aus der Kindheit, die Familie hatte immer ein Haustier. In Mühlheim am Main hat sie vier Jahre mit Ben mit schwerbehinderten Kindern gearbeitet und weiß: Ben beruhigt die Kinder.

Anwesenheit verändert

Seine bloße Anwesenheit verändere sie. Hunde seien Wesen, die nicht wertend seien. „Kinder fühlen sich von ihnen bedingungslos angenommen“, sagt Ebert. Kindern, die Angst vor Hunden haben, bringe sie den richtigen Umgang mit den Tieren bei. Wenn sie dann mit Ben umgehen lernen, fördere das ihr Selbstbewusstsein. Das sei für alle Kinder von Vorteil, denn so lernten sie, sich den Tieren gegenüber richtig zu verhalten. Der Umgang mache sie sicher.

Schon bei den Jüngsten in der Krippe ist Ben mit dabei. Er hat sein Plätzchen in der Ecke und dazu einen Napf mit Wasser. Wenn Ben mal seine Ruhe haben will, zieht er sich dahin zurück. Das zu respektieren lernen die Kinder. Manchmal muss sie auch Ben ein bisschen schützten. „Ich muss schauen, wenn es ihm zu viel wird und er eine Auszeit braucht“, sagt sie. Aber sonst probieren die Kinder eine Menge aus, wuscheln an ihm herum, schauen sich neugierig den Schlafplatz an. Ben bleibt dabei immer die Ruhe selbst. Katja Ebert hat sich das Tier eigens als Therapiehund ausgesucht, im Welpenalter seinen Charakter geprüft.

Es sei wichtig, ein wirklich entspanntes Tier zu finden, das sich nicht so leicht erschrecke.

Training für den Retriever

Später wurde Ben in einem speziellen Training auf seine Aufgabe vorbereitet und für den Umgang mit Kindern geschult. Retriever seien ähnlich wie Labradore besonders dafür geeignet, meint Katja Ebert. Die Eltern wurden gefragt, ob der Hund mitgebracht werden kann, auch in punkto Hygiene seien sie informiert worden.

Von Christine Thiery

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