Randale nach Offenbach-Spiel: Bewährungsstrafe für KSV-Fan

Wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt: Ein 40-jähriger Anhänger des KSV Hessen Kassel, der Randale am Auestadion machte. Zeichnung:  Reinckens

Schwalm-Eder. Zehn Monate Gefängnisstrafe drohen einem 40-jährigen Fan des KSV Hessen Kassel, wenn er sich in den nächsten drei Jahren nicht ganz gesetzeskonform verhält.

Vom Amtsgericht Kassel wurde der Mann aus dem Schwalm-Eder-Kreis am Dienstag wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Landfriedensbruchs zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe verurteilt und zu 1500 Euro Geldstrafe. Auch die Kosten des Verfahrens muss der Kurierfahrer tragen.

Der Mann hatte zugegeben, nach einem Heimspiel des KSV gegen die Offenbacher Kickers im Mai 2015 am Auestadion randaliert und Polizisten beleidigt zu haben. Auch hatte er nach einem Autoreifen gegriffen, den dann aber wieder fallen gelassen. Aus der pöbelnden Menge von 100 Kasseler Fans heraus waren Reifen gegen Polizeibeamte geflogen. Bei der Randale nach dem Regionalligaspiel, das der KSV gegen die Kickers mit 1:0 gewann, sei der Angeklagte „in der ersten Reihe“ gewesen. Das belegten laut Richter Winter die Videoaufzeichnungen der Polizei: „Da sieht man sie schubsen und pöbeln.“

Als besonders schweren Fall von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte wertete das Gericht die Ereignisse deshalb, weil im Zuge der heftigen Auseinandersetzung zwischen Fans und Polizisten auch so genannte Polenböller gezündet wurden.

Das sei als Einsatz „gefährlicher Werkzeuge“ zu werten, so Richter Winter, selbst wenn der Angeklagte diese nicht selbst eingesetzt habe. Aber er habe sich im Tross der gewaltbereiten Kasseler Fans bewegt und auch nicht abgelassen, als die Situation rund ums Auestadion nach dem Spiel eskalierte.

Das sei deshalb besonders verwerflich, weil der vierfache Familienvater, der nach Ansicht von Amtsanwalt Wildung eigentlich ein „Mitläufer“ sei, mit diesem Verhalten seiner Vorbildfunktion gegenüber seinen selbst fussballspielenden Söhnen nicht gerecht geworden sei.

Die Offenbacher hätten sich „auch so’n Ding geleistet“, rechtfertigte der Angeklagte die Wut gegen die Kickers-Fans. Die hatten nämlich nach einem Spiel in Zweibrücken den KSV-Fans auf der Heimfahrt bei einer Rast die Fanutensilien geklaut.

Von Andrea Liese

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