Brücke in Reptich über die Gilsa muss erneuert werden - Es fehlen aber 330 000 Euro

Wichtiges Bauwerk: Die Brücke, die in Reptich über die Gilsa führt, muss erneuert werden. Der Gemeinde fehlt das Geld dafür - das Land Hessen hält sich bei der Finanzierungsfrage zurück. Foto:  Brandau

Reptich. Über 2,5 Millionen Euro hat die Gemeinde Jesberg in den vergangenen zwei Jahren in den Ortsteil Reptich investiert: Jetzt ist dort der Kanalbau beendet, die Straßen sind erneuert, die Gehwege gemacht. „Der Ort kann sich jetzt wirklich sehen lassen", sagt Bürgermeister Günter Schlemmer.

Doch eine Stelle gibt es noch, an der es in Reptich hakt: Die Brücke, die das Unterdorf mit dem Oberdorf verbindet. Sie ist alt und und abgängig, muss dringend erneuert werden, sagt der Rathauschef. Jetzt hat die Gemeinde den Brückenkopf gesichert, damit er nicht in die Gilsa fällt, die durch Reptich fließt. Auch die Belastung das Bauwerks wurde begrenzt, nur noch Fahrzeuge bis 25 Tonnen Gewicht dürfen es befahren. Das klingt nach viel, bedeutet aber für die Landwirte in der Erntezeit nicht wirklich eine hohe Tonnage.

Um die 300 000 Euro soll die Sanierung der Brücke kosten. Geld, das die Gemeinde nicht hat. Aber das Land Hessen hat es zurzeit auch nicht, beziehungsweise will es zurzeit nicht ausgeben.

Der Gemeinde liegt der Bescheid des Landes vor, dass die Prioritätenliste für den Bau der Landesstraßen abgeschlossen ist. „In Wiesbaden hält man sich zurück, was die Förderung angeht“, sagt Bürgermeister Schlemmer.

Reptich sei ein gutes Beispiel dafür, dass der ländliche Raum auf sich allein gestellt sei: „Bund und Land lassen uns völlig im Stich“, sagt Schlemmer. Die Gemeinde sei verpflichtet, alle Aufgaben in Sachen Kanal, Wasser und Grundstruktur zu erfüllen. Das koste die Gemeinde ein Heidengeld, ziehe die Gebührenschraube immer weiter an und erhöhe die finanzielle Belastung für die Einwohner. Die Konsequenz: Das Leben auf dem Lande werde immer teurer.

„Es ist doch keine Frage, dass das Abwasser behandelt werden muss“, sagt Schlemmer, kritisiert aber auch zugleich die Kanalisation, die seiner Ansicht nach nicht nur in Reptich „mindestens eine Nummer zu groß“ ausgelegt sei: „Uns wurden nie kostengünstigere Varianten aufgezeigt oder gar ermöglicht.“

Jetzt sei die Gemeinde auf der Suche nach einer kostengünstigeren Lösung für die marode Brücke. Das Bauwerk sei unverzichtbar: Es sei gar keine Frage, dass sie erneuert werden müsse, denn sie stelle die einzige Verbindung vom unteren ins obere Dorf dar.

Es sei nur paradox, dass die Straßen, die von beiden Seiten auf die Brücke zuführten, nun saniert sind. Die Anschlussstellen von der neuen Straße zur alten Brücke sind sehr offensichtlich: Sie stellen einen harten Bruch in der Ansicht dar. „Das sind deutliche Zeichen: Die Straße führt nun direkt auf die nächste, aber auch auf die vorerst letzte Baustelle in Reptich zu“, Bürgermeister sagt Schlemmer.

Von Claudia Brandau

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