Bürgerbus startet in Homberg mit deutlicher Verspätung: Noch fehlt Geld für das Angebot

Homberg. Ein von Bürgern betriebener Bus sollte eigentlich schon vor den Sommerferien durch Homberg fahren. Der Start verzögert sich aber deutlich.

Es gebe noch keine Zusage für das Fördergeld in Höhe von 40 000 Euro für drei Jahre von der Landesstiftung Miteinander in Hessen, erklärt Madeleine Buchmann von der Herbert-Quandt-Stiftung. „Der Bus wird aber fahren“, betont sie. Allerdings erst ab September.

Man habe schlicht die Dauer der Entscheidungswege unterschätzt und zu optimistisch geplant, sagt sie. „Unser Antrag ist noch in Bearbeitung, wir rechnen aber fest mit einem positiven Bescheid“, fügt sie hinzu. Mehr als 50 Prozent des Geldes gehe für Kauf und Betrieb das Fahrzeugs drauf. Man wolle entweder einen gebrauchten Kleinbus kaufen oder einen neuen leasen. Die Idee, den Kleinbus der Jugendpflege zu nutzen, habe man verworfen. Da die Jugendpfleger den Wagen relativ regelmäßig nutzen, wäre es zu Überschneidungen gekommen, so Buchmann.

Die Helfer in Homberg seien sehr engagiert und motiviert. „Es funktioniert super. Obwohl sie es ehrenamtlich und in ihrer Freizeit planen, sind sie alle sehr konzentriert und professionell dabei.“ Insgesamt habe man etwa 20 Fahrer und auch Helfer für den Telefondienst, sagt Buchmann. Zweimal pro Woche soll der Bus fahren. Und nach drei Jahren soll er sich möglichst selbst tragen und ausgelastet sein. Geld komme durch die Fahrteinnahmen, zunächst soll eine Spendendose im Bus aufgestellt werden, und durch Sponsoring in die Kasse. Ein Gewinn sei nicht zu erwarten. Das zeige die Erfahrung anderer Städte. Eine schwarze Null oder ein Minus von etwa 1000 Euro pro Jahr wären ein gutes Ergebnis.

Andere Städte unterstützten den Bürgerbus finanziell. Das ist in Homberg anders: Die Stadt steht hinter dem Projekt, es ist aber an den Verein Bürger für Homberg gekoppelt.

Hintergrund

Geplant ist, dass der Bus ab September zwei Mal pro Woche fährt. Dienstags die nördlichen Stadtteile und donnerstags die südlichen. Die Kernstadt sei an beiden Tagen dabei. Anmelden muss man sich für die Fahrten zum Arzt, zum Einkaufen oder um jemanden zu besuchen einen Tag vorher.

„Die Fahrgäste werden von Tür zu Tür gefahren. Es ist auch ein Angebot für Menschen, die den Weg zur Bushaltestelle nicht mehr auf sich nehmen können“, sagt Madeleine Buchmann.

Ein fester Fahrpreis soll erstmal nicht erhoben werden. „ Jeder soll geben, was er kann.“ Sollte das nicht laufen, könne ein geringer Fahrpreis erhoben werden. (may)

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