Drittgrößter Solarpark in Hessen entsteht in Homberg

+
Lösung für Schäfer in Sicht: Der Schäferbetriebes von Hans-Jürgen Rindt ist bereits seit 1973 auf dem Gelände, auf dem der Solarpark entstehen wird, das könnte auch so bleiben. Mit auf dem Foto ist Schäferin Miriam Seidlitz.

Homberg. „Derzeit entsteht in Homberg einer der drei größten Solarparks in Hessen“, sagt Bürgermeister Martin Wagner. Der Investor werde 11 Millionen Euro ausgeben und damit über 30.000 Solarmodule verbauen.

Mit rund 1,5 Millionen Euro würden dabei regionale Betriebe berücksichtigt. Investor ist die BaySolar AG mit Sitz in München; für die Projektentwicklung und Bauleitplanung ist bgreen project unter Leitung von Frank Geerken verantwortlich.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) habe das, was die Stadt zuvor ausgehandelt habe, in einem Pachtvertrag umgesetzt, freut sich Wagner. Die neue Solaranlage wird eine Leistung von 7500 Kwp bringen und damit in der Lage sein, rund 1800 Haushalte mit Strom zu versorgen. Sie biete damit im Hinblick auf den Energieertrag, aber auch aus Renditegesichtspunkten ein attraktives Potenzial, denn der Eigentümer des Grundstücks erhält pro Jahr 75.000 Euro Pachtgebühr.

Das Homberger Parlament hatte beschlossen, das Gelände von der Bima zu kaufen und an den Investor zu verpachten. Zustimmung für den Solarpark gab es von allen Fraktionen. Den Kauf des gesamten Kasernengeländes für 1,3 Millionen Euro hatte das Parlament mehrheitlich mit den Stimmen der CDU und SPD gegen Grüne, FWG und FDP beschlossen.

Vertrag ermöglicht Bau

Gegen den Kauf des gesamten Kasernengeländes regte sich Widerstand und nun steuert Homberg auf einen Bürgerentscheid zu (wir berichteten). Durch den Pachtvertrag zwischen der Bima und der BaySolar könne mit dem Bau begonnen werden, sagt Wagner im HNA-Gespräch. Es kommen dabei unter anderem Wechselrichter und Trafostationen von SMA Solar Technology zum Einsatz.

Für die Planung der PV-Anlage seien nicht nur die Belange der Bürger, sondern auch die des Naturschutzes in besonderer Weise berücksichtigt worden: Nachdem ein Vogelschutzgebiet unmittelbar an das Gelände der Solaranlage angrenze, würden dort in Absprache mit der lokalen Naturschutzbehörde mehrere Bäume stehen gelassen, um den Vögeln weiterhin Raum zum Nisten zu bieten. Zudem wird der Photovoltaik-Park so gebaut, dass eine Beweidung durch Schafe stattfinden kann. Die Tische für die Module haben 80 Zentimeter Abstand zum Boden. Der Schäferei Rindt sei angeboten worden, die Beweidung des Areals dort weiterhin vorzunehmen. (may)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.