Wallaby-Halter erleichtert

Nach tagelanger Suche: Entflohenes Känguru Karlchen ist wieder da

Metze. Es ist wieder da! Känguru Karlchen wurde am Donnerstagabend eingefangen. Am Ende ging alles ganz schnell, berichtet Wallaby-Halter Rainer Aschenbrenner aus Metze erleichtert.

Denn Dr. Ralf Czipri, Tierarzt aus Bad Zwesten, hatte sich bereiterklärt, mit seinem Blasrohr zu versuchen, das Tier zu betäuben. Und das gelang schließlich. Doch bis dahin war es ein langer Weg.

Denn Rainer Aschenbrenner wusste am Donnerstagmorgen nicht mehr weiter. „Vielleicht hilft doch nur ein Experte mit einem Betäubungsgewehr“, sagte er. Denn sein Wallaby, das vor Tagen aus dem Gehege entwichene Känguru Karlchen, verwilderte zusehends.

Am Nachmittag stieg jedoch die Hoffnung wieder: Dr. Ralf Czipri, Tierarzt aus Bad Zwesten, hatte sich bereiterklärt, mit seinem Blasrohr zu versuchen, das Tier zu betäuben. Zunächst wartete man vor Ort umsonst, von Karlchen keine Spur. Doch dann kam er tatsächlich zu seinem Lieblingsplatz mit Leckerlis und Kuscheltier – eine erste Chance für den Tierarzt.

„Gerade als wir uns positioniert hatten, roch Karlchen offenbar Lunte und verschwand wieder im Gebüsch“, seufzte Aschenbrenner gegen Abend. Man müsse jetzt einfach Geduld haben und abwarten, bis das Tier wiederkomme.

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Wer ein Betäubungsgewehr einsetzen darf, sei rechtlich geregelt, sagte Dr. Wolfgang Fröhlich, Leiter des Wildparks Knüll. Er sah in der Betäubung des Kängurus auch die beste Möglichkeit, das Tier wieder einzufangen. Man müsse schnell handeln, sagte er. Denn solche Tiere würden schnell verwildern, wenn sie in Freiheit seien. Grundsätzlich sei eine Betäubung bei Säugetieren nicht problematisch, betonte Fröhlich.

Bis dahin hatten weder die Drohne, die mit Wärmekamera im Einsatz war, noch die Blood Hounds oder das Kamerunschaf Angel bei der Suche den gewünschten Erfolg.

Dabei kamen Aschenbrenner und Wolfgang Schütz aus Holzhausen/Hahn am Mittwoch dem Tier bereits ganz nahe: „Karlchen saß vielleicht eineinhalb Meter vor mir, fast hätte ich ihn gehabt“, sagte Aschenbrenner.

Aktualisiert um 21.30 Uhr.

Er hatte das Tier entdeckt und mit ein paar Nüssen angelockt. Aber Karlchen sprang wieder zur Seite und verschwand letztlich in den nahen Büschen. Wolfgang Schütz fotografierte und filmte die Aktion. Er hatte über die Suche gelesen und sich informiert, welchen Lebensraum Wallabys bevorzugen. „Sie leben im Buschland“, sagte er. Dort, in den Metzer Büschen, fand er Spuren des Kängurus.

Erst um kurz vor 19 Uhr gelang es die nervenaufreibende Suche zu beenden. Karlchen wurde gesichtet, Dr. Czipri waltete seines Amtes. Dann musste alles ganz schnell gehen, denn die Betäubung hielt nicht lange vor. Im Eiltempo wurde das Känguru zurück in sein Gehege gebracht. Erleichtert und total erschöpft zugleich war Rainer Aschenbrenner nach der Känguru-Suche mit Happy End.

Von Ulrike Lange-Michael und Maja Yüce

Aufnahmen von Karlchen vom Donnerstag

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