Zahl der Neuankömmlinge sinkt

50 Flüchtlingshelfer verlieren Jobs im Schwalm-Eder-Kreis

Geschlossen: Die Flüchtlingsunterkunft Chinapark in Ziegenhain.

Schwalm-Eder. Die Flüchtlingszahlen im Schwalm-Eder-Kreis sinken. Dadurch werden gleichzeitig viele kurzfristig geschaffene Stellen überflüssig.

Die Notunterkünfte im Chinapark in Ziegenhain und im Proviantamt in Fritzlar werden bald geschlossen, andere Einrichtungen sind nur zum Teil belegt.

Betroffen sind Helfer, die vom Deutschen Roten Kreuz eingestellt wurden. Das DRK ist für den Chinapark und auch die Erstaufnahme in Neukirchen verantwortlich, die nur als Reserve dienen soll. 50 Mitarbeiter hatte DRK-Kreisgeschäftsführer Manfred Lau seit November eingestellt. „Ich kann sie nicht mehr halten“, bedauert er.

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In den Unterkünften sind Mitarbeiter zur Verwaltung, zusätzliche Sanitäter, soziale Betreuer und Arbeiter beschäftigt. Vor allem in der Erstaufnahme in Neukirchen waren Handwerker gefragt: „Wir haben da vieles in Eigenregie eingerichtet und aufgebaut“, erklärt Lau.

Unberührt von der Schließung der Notunterkünfte bleiben aber die 13 Gemeinschaftsunterkünfte im Kreis, die es unter anderem in Melsungen, Niedenstein, Homberg und Schwalmstadt gibt.

Einige der Arbeiter richten aktuell die neue Gemeinschaftsunterkunft für Frauen und Kinder im ehemaligen Arbeitsamt in Treysa ein. Lau hofft außerdem, Sanitäter im Rettungsdienst weiterbeschäftigen zu können. „Da befinden wir uns aber noch in der Entscheidungsfindung.“

Ähnliches hoffen die Malteser, die die Notunterkunft in Fritzlar betreuen. Wie viele Mitarbeiter in dem ehemaligen Proviantamt von einer Kündigung betroffen sind, wenn die Einrichtung schließt, konnte der Hilfsverein aktuell nicht beantworten. Thomas Peffermann, Geschäftsführer der Malteser in Fulda und damit auch für Fritzlar verantwortlich, gesteht: „Wir wurden kalt erwischt und versuchen, die Kollegen anderweitig zu beschäftigen.“

Notunterkünfte kaum belegt

Die Notunterkünfte in Fritzlar und Ziegenhain sind für bis zu 1000 Flüchtlinge ausgelegt. Aktuell sind diese Einrichtungen aber nur zu knapp einem Viertel (223) belegt. Seit Ende Februar kam laut Landrat Winfried Becker kein neuer Flüchtling hinzu. Um die Kreise finanziell zu entlasten, hatte das Land Hessen im März angekündigt, die Notunterkünfte ab Mai zu übernehmen. Einen Monat später wurde bekannt, dass ein Großteil dieser Einrichtungen geschlossen werden soll, darunter Fritzlar und Ziegenhain, Neukirchen soll als Reserve bleiben.

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