Arzt spielt Arzt

Einsatz im Fernsehen: Arzt aus Fritzlar spielt in Sat 1-Serie mit

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Immer mitten drin: Dr. Jochen Röthele spielt in der Sat 1-Serie „Auf Streife - Die Spezialisten“ den Mediziner Dr. Jochen Kleinroth.

Fritzlar/Homberg. Wer den Arzt Dr. Röthele sehen möchte, muss nicht mehr seine Sprechstunden in Homberg oder Fritzlar besuchen. Ein Knopfdruck auf die Fernbedienung reicht.

Der 45-Jährige tritt in der Sat 1-Serie „Auf Streife - Die Spezialisten" auf. Dort spielt er die Rolle des Dr. Jochen Kleinroth. Ein Arzt spielt einen Arzt.

„Ich mache gerne mal verrückte Sachen“, sagt Dr. Jochen Röthele und lacht. Eine dieser spontanen Sachen war das Casting für die Serie. Röthele meldet sich auf eine Anzeige in einer Ärztezeitung. Die Produktionsfirma Filmpool sucht für ihre Serie ausgebildete Mediziner. Röthele bewirbt sich und fährt zum Casting nach Köln. Dort füllt er einen Fragebogen zu Größe, Alter, Augenfarbe aus, spielt eine kurze Szene und wird genommen.

„Neugierig und gespannt“ geht er in seinen ersten Drehtag. In dem Hürther Filmstudio mit Klinikkulisse gibt es kein langes Federlesen. Der Mediziner zieht seinen Arztkittel über und schon wird aus Dr. Jochen Röthele für nächsten Stunden Dr. Jochen Kleinroth. Ohne Maske, ohne schauspielerische Ausbildung geht es in eine Notfallsituation. „Ich mache dort, was ich als Arzt jeden Tag mache. Nur, dass das plötzlich gefilmt wird“, sagt Röthele.

Kurz bevor gedreht wird, erfährt er, was in den kommenden Minuten ungefähr auf ihn zukommt. Dass es sich dabei nicht um Husten, Schnupfen, Heiserkeit handelt, ist für den Mediziner klar. Schon der Spannung wegen.

Und so kümmert sich Röthele in der Serie auch Mal um Mädchen mit Brandverletzungen oder mit einer Spermaallergie. Auch wenn mancher Fall exotisch klingt: „Alle Erkrankungen gibt es, die Fälle sind alle plausibel“, sagt Röthele.

Überhaupt sei in der Serie alles so wie in einer echten Notaufnahme. Zum Einsatz kommen echte Nadeln und auch ein echtes EKG. Damit der Schauspieler nicht gestochen wird, gibt es einen Trick. Die Nadeln werden aufgeklebt. In der Serie ist das nicht zu sehen. In dem Moment des möglichen Einstichs wird die Kameraperspektive gewechselt.

Und wenn ein EKG gravierende Herzrhythmusstörungen anzeigt, liegt dies nicht an den Herzwerten des Schauspielers. Die Anzeige des Gerätes wird per Computer gesteuert. „Das ist alles richtig schön nachgemacht“, sagt der Homberger und Fritzlarer Mediziner.

Gedreht wird in einem Rutsch. Wenn etwas mal nicht passt, sich Röthele etwa verspricht, wird nicht unterbrochen. Das sorge für Extraspannung. Zwei bis drei Folgen entstehen an einem Tag.

Auch wenn ihm die Schauspielerei großen Spaß macht, der 45-Jährige möchte nicht den Job wechseln. „Ich bin in erster Linie Mediziner und das möchte ich auf keinen Fall aufgeben.“

Arzt entscheidet selbst, was er sagt 

„Immer im Einsatz, wenn es dramatisch oder gar gefährlich wird“. So bewirbt der Fernsehsender Sat 1 auf seiner Internetseite das Format. „Auf Streife - Die Spezialisten“ begleite Experten durch ihren „spannenden Job-Alltag“. Die Serie gilt als Scripted-Reality-Format. Dort wird die Dokumentation realer Ereignisse vorgetäuscht. Die Szenen werden von Schauspielern nach Regieanweisung gespielt.

Dr. Jochen Röthele erklärt, dass ihm keine Dialoge vorgegeben werden. Er entscheide selbst, was er vor der Kamera sagt.

Sendetermin: „Auf Streife - Die Spezialisten“, montags bis freitags, 18 Uhr, Sat 1.

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