Edder-Narren gegen solche Motive

Flüchtlingspolitik ist beim Fritzlarer Karneval tabu

Fritzlar. Der Fritzlarer Karneval ist nicht bekannt dafür, politische Ereignisse zu kritisieren. Stattdessen geht es beim größten Rosenmontagsumzug in Nordhessen spaßig zu. Doch jetzt beschäftigen sich die Narren im Vorfeld mit dem Flüchtlingsthema.

„Gruppen, die sich mit der Flüchtlingsproblematik beschäftigen, lassen wir nicht zu“, sagt Dirk Siemon, Zugleiter der Eddernarren im HNA-Gespräch.

Aus Sicherheitsgründen habe auch die Polizei bei einer Besprechung dazu geraten. Für den Hinweis der Polizei habe er Verständnis, so Siemon. Und das, obwohl es der Grundgedanke des Karnevals sei, auch politische Themen aufzugreifen. „Es herrscht eine angespannte Lage und die große Politik hat mit unserem Karneval eh nichts zu tun“, so Siemon. „Wir möchten, dass alle Besucher und Teilnehmer unseres Umzuges ohne Sorgen einen fröhlichen Karneval erleben.“

Was die Motive des Rosenmontagszuges betreffe, habe die Polizei kein Mitspracherecht, sagt der Pressesprecher der Polizeidirektion Schwalm-Eder, Markus Brettschneider. Für die Beurteilung der Lage und des Einsatzes müsse man aber wissen, welche Motive gezeigt würden. Veranstalter mache man darauf aufmerksam, dass bestimmte Themen Folgen nach sich ziehen könnten. „Wenn wir gefragt werden, dann raten wir dazu, dass man diese Themen nicht zulässt.“ Die Bewertung liege aber bei den Veranstaltern.

Sinn und Zweck des Karnevals sei es auch, aktuelle politische Themen aufzugreifen, so ein Pressesprecher des Landeskriminalamtes in Wiesbaden. Vom LKA gebe es keine Leit- und Richtlinien dazu. Allerdings wäre es gut, wenn grundsätzlich bewusste Provokationen - wie etwa Mohamed-Karikaturen - vermieden würden. Und das dürfte alle Jecken freuen: Für den Fritzlar Karneval gelte keine besondere Gefährdungslage, so der LKA-Sprecher.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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