Hochzeitshaus Fritzlar: Sorge um die Zukunft des Gebäudes

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Der Zankapfel am Hochzeitshaus: Die Kasseler Architekten hatten einen Evakuierungsturm im Hof des Fritzlarer Museums vorgeschlagen. 

Fritzlar. Es war Festhaus, Lazarett, Holzlager, Schule und Museum: Das Hochzeitshaus in Fritzlar hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Dr. Richard Gronemeyer sorgt sich um die Zukunft des Hauses.

In dem Gebäude spiegelt sich das Auf und Ab der Fritzlarer Wirtschaft wider, sagt der Mediziner und FDP-Stadtverordnete.

Die Bedeutung

Das Hochzeitshaus habe in seiner langen Geschichte immer der Gemeinschaft gedient. So soll es nach Meinung von Gronemeyer auch künftig sein. „Das stadtgeschichtliche Museum ist ein Alleinstellungsmerkmal für Fritzlar“, sagt der 69-Jährige. Es passe zur mittelalterlichen Stadt wie die Faust aufs Auge.

Das museale Konzept

Das künftige Museum soll nicht nur ein Museum für Touristen sein. „Wir wollen, dass das Museum auch für Fritzlarer interessant ist“, spricht Gronemeyer für den Museumsverein. Daher solle sich das Museum in zwei Teile gliedern: in eine Dauerausstellung und in einen Bereich für Wechselausstellungen.

In der Dauerausstellung hätten Themen wie der Stadtgrüner Bonifatius und die Reformation ihren festen Platz. „Das Grobkonzept ist fertig“, erklärt Gronemeyer.

Der Platz

Für beide Ausstellungsformen brauche der Museumsverein viel Platz. „Dafür brauchen wir mehr als 500 Quadratmeter“, sagt Gronemeyer. Eine Beschränkung des Museums nur auf das Erdgeschoss wäre für den Mediziner fatal. „Dann würde das Museum zu einem Dorfmuseum degradiert.“ Denn allein schon Empfang, Garderobe, Toiletten und möglicherweise die Tourist-Info würden im Erdgeschoss viel Platz einnehmen.

Die Daueraustellung könnte ins Erdgeschoss und in das erste Obergeschoss kommen, die Wechselausstellung ins zweite Obergeschoss. Der Dachboden diene laut Planungen als Lagerraum.

Der Umbau

Dr. Richard Gronemeyer

Um die Auflagen des Brandschutzes und der Barrierefreiheit zu erfüllen, könnte das Hochzeitshaus einen Anbau bekommen. In das zwölf Meter hohe Bauwerk sollen eine Treppe und ein Aufzug integriert werden. Zwei entsprechende Planungsvarianten wurden den Stadtverordneten vorgestellt. Gronemeyer und seinen Mitstreitern reicht das nicht. „Wir wollen, dass alle Alternativen geprüft werden“, betont er. Zum einen sollte überlegt werden, ob nicht der Einbau einer brandschutzsicheren Treppe möglich ist. „Mit einem Fahrstuhl im Inneren wäre das die Königsweg. So müssen wir das Gebäude von außen nicht beschädigen“. Zum anderen wünscht sich Gronemeyer weitere Turmvarianten. Denkbar seien zum Beispiel verschiedene Turmhöhen und -standorte.

Die Zeit

„Wir müssen bis zum Sommer zu Potte kommen“, ist sich Dr. Gronemeyer sicher. Die Zeit dränge. Schließlich sollen Fördergelder in den Umbau fließen. Die Sorge: Wenn Fritzlar nicht schnell genug ist, rufen andere Stadt und Gemeinden das Geld ab.

Versammlung und Vortrag

Der Museumsverein stellt sich neu auf: Am Dienstag, 1. März, treffen sich die Mitglieder, um einen neuen Vorstand zu wählen. Dr. Richard Gronemeyer wird für den Vorsitz kandidieren, wie er im Gespräch mit der HNA erklärt hat. Am Mittwoch, 2. März, hält Gronemeyer ab 19.30 Uhr im Restaurant Kaiserpfalz einen Vortrag über die wechselvolle Geschichte des Hochzeitshauses. Dieses Ende des 16. Jahrhunderts erbaute Fachwerkgebäude hat viel erlebt. Der Eintritt ist frei.

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