Gitarrenfestival der Erlebnisregion Edersee

Konzert in Fritzlarer Kulturscheune: Erotischer Paartanz auf der Gitarre

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Große Klangfülle: Christian Kütemeier (links) und Christian Wernicke vom Duo Orfeo beim Eröffnungskonzert des Gitarrenfestivals der Erlebnisregion Edersee in der Kulturscheune Fritzlar.

Fritzlar. Einen musikalischen Leckerbissen hat das Publikum beim Eröffnungskonzert des Gitarrenfestivals der Erlebnisregion Edersee zu hören bekommen.

Das Duo Orfeo, bestehend aus Christian Wernicke und Christian Kütemeier, gab ein kleines, aber feines Konzert in der Fritzlarer Kulturscheune. „Auf den Spuren der Conquistadores“, lautete das Motto des Abends. Gebannt lauschte das Publikum den Künstlern und spendete viel Zwischenapplaus.

Den Auftakt bildete eine feinsinnige Improvisation, bei der vereinzeltes Zupfen dynamische Akzente setzte. „Wir wollten hören, was wir klanglich aus dem Saal holen können und freuen uns, dass wir in diesen alten Gemäuern spielen können“, sagte Christian Kütemeier.

Voller Leichtigkeit

Voller Anmut und Leichtigkeit war das „Andante con moto quasi Allegretto“ aus Beethovens Werk Opus 59. Lateinamerikanisches Flair verbreiteten die Musiker mit den gefühlvollen und rhythmischen Stücken „La Fiesta“ und „Brasilia“ des Jazz-Pianisten Chick Corea. Spanisches Temperament versprühten sie mit den einfallsreichen Variationen des „Fandango“ von Padre Antonio Soler. Christian Kütemeier fand es erstaunlich, dass ein Geistlicher ein Stück über den erotischen Paartanz verfasst hatte.

Auch solistisch überzeugten die Künstler. Christian Kütemeier begeisterte mit dem jazzigen „Danza Caracteristica“ von Leo Brouwer (Kuba). Christian Wernicke bestach mit einer flotten Improvisation.

Melancholisch und voller Gefühl erklang Agustin Barrios (Paraguay) sentimentalem „Una limosna por el amor de Dios“ (Ein Almosen für die Liebe Gottes). Meditativen Charakter hatte die Eigenkomposition „Fandango Phase“, bei dem sich das Duo von Steve Reich inspirieren lassen hatte: Eine Gitarrenstimme spielte schneller als die andere und erzeugte minimale Verschiebungen, die sich zu einem Klangteppich verwoben.

Eine Hommage an Astor Piazzolla war die „Tango Suite“, die mit überwältigender Klangfülle und rhythmischer Dynamik daherkam.

Das Publikum bedankte sich beim Duo Orfeo für dessen Virtuosität und Spielfreude mit kräftigen Applaus und Fußgetrappel. Als Zugabe durften die Musikliebhaber dem verträumten brasilianischen „Agua e Vinho“ von Egberto Gismonti und einer Improvisation lauschen. (nz)

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