Polizei spricht von Hetze

Bei Facebook soll angeblich vor Teilnahme an Kinderfasching gewarnt werden

Fritzlar. Auf einer Facebook-Seite, die nur für angemeldete Nutzer zugänglich sein soll, wird angeblich davor gewarnt, Kinder am Faschingsdienstag zum Umzug nach Fritzlar zu schicken, weil es eine Bedrohung durch Flüchtlinge gebe.

Es handele sich offenbar erneut um Stimmungsmache im Internet, erklärte Markus Brettschneider, Pressesprecher der Polizeidirektion Schwalm-Eder. Der Staatsschutz ermittele wegen Hetze und eventuellem Aufruf zu Straftaten. Kürzlich war auf ähnliche Weise verbreitet worden, Kinder hätten vom Dach der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge Steine auf Autos geworfen. Auch dies erwies sich als falsch.

Solche Gerüchte verbreiteten sich im Internet sehr schnell. Brettschneider: „Viele Nutzer geben solche vermeintlichen Warnungen gedankenlos weiter.“

Die Polizei sieht keine realen Gefahren für den Kinderkarneval in Fritzlar und hat auch keine Erkenntnisse, dass von Flüchtlingen eine Gefahr ausgehen könnte. Ob es sich bei den Facebook-Nutzern um eine rechte Gruppierung handele, könne er noch nicht einschätzen. Die Polizei werde am Rosenmontag in alle Richtungen wachsam sein. In Fritzlar würden ausreichend Kräfte eingesetzt, verstärkt auch durch die Bereitschaftspolizei.

Stephan Bürger, beim Landkreis zuständig für das Projekt „Gewalt geht nicht“, hält es für bedenklich, wie schnell solche Gerüchte um sich greifen. Er glaubt, dass solche Initiativen im Internet gesteuert sind, um Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen.

Dirk Siemon, Zugleiter der Rosenmontagsumzüge in Fritzlar, kennt die Gerüchte nicht. Die Umzüge würden wie geplant stattfinden. Die Kinderkarnevalisten marschieren am Dienstag, 9. Februar, ab 14 Uhr durch die Stadt. Anschließend wird in der Stadthalle gefeiert. 

Rubriklistenbild: © AFP

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