Sie wollten einfach nur ankommen

90 Kilometer auf Skiern: Fünf Fritzlarer starteten beim legendären Vasalauf in Schweden

Zurück aus Skandinavien: (von links) Günter Goetsch, Udo Keck, Oliver Steyer, Gerhard Schmidt und Uwe Schmidt haben ihr Ziel erreicht. Alle haben die 90 Kilometer lange Strecke von Sälen und Mora geschafft. Foto: Laumann
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Zurück aus Skandinavien: (von links) Günter Goetsch, Udo Keck, Oliver Steyer, Gerhard Schmidt und Uwe Schmidt haben ihr Ziel erreicht. Alle haben die 90 Kilometer lange Strecke von Sälen und Mora geschafft.

Fritzlar. Sie starten beim Ironman auf Hawaii, erklimmen hohe Berge oder laufen Marathon. Auch wenn diese fünf Männer fit und trainiert sind: Der Vasalauf in Schweden war für eine ganz andere Hausnummer.

Günter Goetsch, Udo Keck, Oliver Steyer, Gerhard Schmidt und Uwe Schmidt vom Ski- und Radsportclub Fritzlar haben sich jetzt mit Skiern auf die 90 Kilometer lange Strecke von Sälen und Mora in Mittelschweden gemacht.

Die Idee zur Schweden-Tour war den Männern bei der Ski-Freizeit in Oberhof im Jahr 2007 gekommen. Udo Keck war bereits einmal beim Vasalauf gestartet. Er erzählte eines Abends auf der Hütte von den beeindruckenden Erlebnissen. In den folgenden Jahren sprach er immer wieder von dem großen Skilanglauf. 2014 fiel die Entscheidung: Die Truppe macht mit.

Der König-Ludwig-Lauf in Oberammergau, der „Siuerlänner Skiloap“ in Winterberg und der Oberhofer Skimarathon. Die Männer wollten in diesem Winter ordentlich Meter machen. Doch daraus wurde nichts. Alle Rennen fielen mangels Schnee aus. „Für den Vasalauf werden 1000 Trainingskilometer empfohlen, wir sind auf 250 gekommen“, sagt Oliver Steyer. Und so standen stattdessen Wander- und Walkingtouren sowie Krafttraining auf dem Vorbereitungsplan. Die letzten Loipenkilometer sind Anfang März in Schweden zusammengekommen.

Der 68-jährige Keck war der einzige mit einer persönlichen Zeitvorgabe: Er wollte die Strecke in weniger als 10 Stunden schaffen. Die anderen hatten nur ein Ziel: irgendwie ankommen. Das haben sie geschafft. „Ich war im Ziel einfach nur kaputt“, erinnert sich Uwe Schmidt.

15.000 Skilangläufer machten sich um 8 Uhr auf den Weg. Nach einem Kilometer war die erste Euphorie verflogen: Der Anstieg hatte es in sich, die Engstelle sorgte für einen mehrere hundert Meter langen Stau. Die Männer hatten in all ihren Skifreizeiten immer an der Technik gefeilt. Das brachte ihnen beim Vasalauf nichts. „Im Prinzip ging es nur mit dem Doppelstockschub“, erklärte Keck.

Musik, Lagerfeuer, Verpflegungsstation: Entlang der Strecke war einiges los. „Der Lauf ist in Schweden ein Volksfest“, erklärt Steyer. Unterstützung gab es aber auch aus der Heimat. Die Familien der Sportler hatten sich zum gemeinsamen Rudelgucken verabredet. Übers Internet verfolgten sie von 8 bis 20 Uhr den Lauf. Dazu gab es Blaubeerkuchen.

Nach dem Vasalauf ist vor dem Vasalauf? Da sind sich die fünf nicht sicher. Viel Zeit zum Überlegen haben sie nicht. Am 20. März müssen sie sich anmelden.

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