Zentrales Bauteil in Wasserkraftwerk am Ederwehr eingebaut

Der Einbau: Die 25 Tonnen schwere Schnecke wird in der Anlage im Ederwehr versenkt. Foto: privat

Fritzlar. Schnecken-Kraftwerk. Der Name täuscht. Ganz klein kommt die kleine Wasserkraft-Anlage am Ederwehr in Fritzlar nicht daher.

Im Gegenteil: Die Schnecke wiegt satte 25 Tonnen und wurde für die Anlage in Fritzlar eigens angefertigt, wie Pressesprecher Axel Voigt erklärt.

Im Juni hat die Verbands Energie-Werk Gesellschaft für erneuerbare Energien (VEW), zu dem auch Fritzlar gehört, mit den Bauarbeiten für die Kleinwasserkraftanlage begonnen. 800 000 Euro werden in die Anlage investiert, die nach einem alten Prinzip funktioniert (wir berichteten).

An der, flussaufwärts gesehen, linken Seite des Wehres entsteht ein etwa vier Meter hohes Gebäude von neun Metern Breite und 17 Metern Länge in Strömungsrichtung. Es nimmt eine so genannten „archimedische Schnecke“ von vier Metern Durchmesser auf.

Diese Schraube, die nach ihrem Erfinder aus dem antiken Griechenland benannt ist, dient seit mehr als 2000 Jahren dem Fördern von Wasser an eine höher gelegene Stelle. Für die Stromgewinnung am Eder-Wehr kehren die Ingenieure das Prinzip einfach um. Das Wasser fließt von oben durch die Schnecke und versetzt sie dadurch in Rotation. Diese Dreh-Bewegung wird in elektrische Energie umgesetzt. Obwohl das Prinzip Jahrtausende auf dem Buckel hat, gilt es in diesem Zusammenhang als Innovation, erklärte Stefan Kieweg unlängst im HNA-Gespräch.

Die Anlage nutzt ausschließlich das so genannte Restwasser, das eh über das Wehr fließt. Für die Fischzucht und den Mühlgraben ändere sich nichts. Nach Fertigstellung im Herbst werde die Anlage eine maximale Leistung von 140 kW haben und im Schnitt 170 Haushalte jährlich mit Energie versorgen. „Der Bau bietet uns als VEW die Möglichkeit, nicht nur auf Photovoltaik und Windkraft zu setzen, sondern auch auf Wasserkraft und zwar genau dort, wo es wirtschaftlich überhaupt sinnvoll ist.“ (may)

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