Initiative lehnt Erweiterung des Geflügelschlachtbetriebes ab

Demo gegen Tierfabriken

Protest gegen Hühnerschlachtbetrieb und gegen Massentierhaltung: An die 500 Demonstranten waren nach Gudensberg gekommen, um ihre Haltung deutlich zu machen. Foto:s Eberlein
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Protest gegen Hühnerschlachtbetrieb und gegen Massentierhaltung: An die 500 Demonstranten waren nach Gudensberg gekommen, um ihre Haltung deutlich zu machen.

Gudensberg. An die 500 Demonstranten zogen am Samstag durch Gudensberg und skandierten Parolen wie: „Wir wollen keine Tierfabriken, weil wir in die Zukunft blicken."

Ausgestattet mit Bannern, Plakaten und Fahnen, aber auch mit Rasseln, Topfdeckeln und Pfeifen sowie Symbolen, die ihr Anliegen deutlich machten, marschierten sie friedlich von der Georg-August-Zinn-Schule durch die Stadt bis ans Rathaus.

Zu der Demonstration aufgerufen hatte die Bürgerinitiative „Chattengau gegen Massentierhaltung“. Nicht nur aus Gudensberg und dem Chattengau kamen die Demonstranten, sondern auch aus Nachbarregionen.

Da war zum Beispiel eine Gruppe aus Niederkaufungen: Frank Nürnberger betreibt selbst eine kleine Landwirtschaft und vertrat gemeinsam mit Kathrin Sonntag und Robby Verten seinen Standpunkt gegen industrielle Landwirtschaft und für eine artgerechte Tierhaltung ohne den Einsatz von Antibiotika.

„Einer der Gründe für die heutige Veranstaltung ist die mögliche Erweiterung des Geflügelschlachtbetriebes hier in Gudensberg“, sagte Gerd Kipper, Mitglied der Bürgerinitiative. Egal ob gegen Tierquälerei, die Umweltverschmutzung durch die Auswirkungen der Massentierhaltung, die Zerstörung der bäuerlichen Landwirtschaft oder einfach nur gegen vermehrten Gestank, alle seien aufgerufen, sich zusammenzuschließen und gemeinsam das Wort zu erheben.

Bei der Abschlusskundgebung am Rathaus erläuterte Andreas Grede, Sprecher der Bürgerinitiative, die Ablehnung von „Tierfabriken“. Er führte als Argument unter anderem eine befürchteten Trinkwasserverschmutzung an (Artikel links).

„Es sind Leute hier, die bereit sind etwas zu tun, und wir richten den Blick auf das Ganze“, sagte der Redner. Der „Wahnsinn“ der Agrarpolitik reiche schließlich auch in andere Regionen der Welt, wie zum Beispiel nach Südamerika. Dort werde unter Einsatz von Genmanipulation Tierfutter produziert und exportiert, während die Menschen teilweise verhungerten und die Natur gnadenlos der Zerstörung ausgesetzt sei.

Davon berichtete Dietlind Guddorf-Wackerbarth, die sich als Krankenschwester in Brasilien ein Bild von den Zuständen gemacht hatte.

„Die Veranstaltung heute ist für uns ein Erfolg“, resümierte Andreas Grede. Sie habe gezeigt, wie brisant das Thema in der Region sei und wie viele Menschen sich engagierten. Die Arbeit gehe weiter, die Ziele müssten durchgesetzt werden.

Von Christl Eberlein

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