Nachbarn und Bewohner bei Rettungstat verletzt

Fünf Schwerverletzte bei Brand in Gudensberger Innenstadt

Gudensberg. Bei einem Wohnhausbrand in der Gudensberger Altstadt wurden am Montagabend mindestens fünf Menschen schwer und sieben leicht verletzt.

„Ob sich noch Personen in dem Gebäude befinden, können wir derzeit nicht sagen“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am späten Montagabend.

Zuletzt aktualisiert um 5.10 Uhr. 

Sollten sich die schlimmsten Befürchtungen bestätigen, dann gebe es aber kaum noch Hoffnung, diese Menschen lebend aus dem Gebäude in der Straße Am Renthof 1 zu retten, so der Feuerwehrsprecher weiter. Das Haus habe beim Eintreffen der Feuerwehr – die etwa fünf Minuten nach der Alarmierung vor Ort war – nicht nur lichterloh gebrannt, zwei Gebäudeteile des verwinkelten Altbaus stürzten etwa eine Stunde später ein. „Bei solchen Gebäuden mit offenem Treppenhaus kann ein Brand die Sogwirkung eines Kamins entwickeln und sich schnell ausbreiten“, so der Sprecher. Den Einsatzkräften gelang es aber, ein Ausbreiten der Flammen auf angrenzende Wohnhäuser zu verhindern.

Noch bevor die Rettungskräfte eintrafen, sollen sich dramatische Szenen am Unglücksort abgespielt haben: Laut Augenzeugen sollen Anwohner und Bewohner versucht haben, die Menschen zu retten, die noch im Haus waren. Dabei hätten sich Helfer selbst in Gefahr gebracht und seien verletzt worden, hieß es. Laut einem Nachbarn sind Menschen aus dem Obergeschoss auf die Straße gesprungen, wo eine Matratze von den Ersthelfern ausgelegt worden war. Dabei habe es Verletzte gegeben. Aus anderen Teilen des Hauses wurde versucht, die Menschen mit einer Leiter herauszuholen. Das Weinen und Schreien von Kindern sei zu hören gewesen.

Die Verständigung der Rettungskräfte mit den Geretteten sei schwierig gewesen, da viele der Opfer kaum Deutsch sprachen. In dem Haus lebten vorwiegend ausländische Arbeiter. 48 Personen waren laut Polizei in dem Wohnhaus gemeldet. Daher wurde zunächst befürchtet, dass es viel mehr Verletzte gibt.

Im Einsatz waren alle Gudensberger Wehren und die Fritzlarer Wehr mit ihrer Drehleiter. Insgesamt waren 110 Feuerwehrleute und 40 Rettungsdienstmitarbeiter vor Ort. Zur Ursache des Brandes konnten noch keine Angaben gemacht werden. Einen Anschlag schloss ein Polizeisprecher aus Kassel nicht aus, betonte aber, dafür gebe es derzeit keinerlei Anhaltspunkte. Der Schaden wird auf mindestens 500.000 Euro geschätzt. Die Polizei erwartet frühestens am Dienstag erste weiterführende Erkenntnisse.

(mit dpa/Völske/Feuerwehr)

Haus in Gudensberger Innenstadt brennt nieder

Schilderung der Lage vor Ort durch Landrat Becker

Hier ist die Unglücksstelle

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