Modenschau für Edelholz: Auktionen für wertvollste Stämme aus Nordhessen 

Sorgsam aufgereiht: Wertholzplatz für edle Stämme am Obersten Holz bei Gudensberg. Foto: Rohde
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Sorgsam aufgereiht: Wertholzplatz für edle Stämme am Obersten Holz bei Gudensberg.

Gudensberg/Jesberg. Sie werden zu Barrique-Fässer für edle Weine verarbeitet oder liefern die Oberfläche für hochwertige Möbel - die besten Hölzer, die die nordhessischen Wälder zu bieten haben, sind jetzt wieder bei zentralen Auktionen versteigert worden.

Auf Wertholz-Plätzen am Obersten Holz in Gudensberg sowie an der Pfefferhöhe bei Romrode wurden die Stämme gesammelt und potenziellen Käufern präsentiert.

Das Forstamt Jesberg war wieder federführend bei der Vermarktung der Spitzenqualitäten aus den heimischen Wäldern.

Wie viel wertvollstes Holz wird in diesem Jahr verkauft?

Derzeit liegen auf den beiden Auktionsplätzen insgesamt knapp 2000 Kubikmeter Wertholz. Gemessen an den Gesamterlösen aus dem Holzverkauf von Hessen-Forst betragen die Einnahmen allerdings nur ein bis zwei Prozent.

Welche Holzarten liegen derzeit besonders im Trend?

Unter den 14 Baumarten, die angeboten werden, dominiert die Eiche mit 68 Prozent, gefolgt von der Esche mit 21 Prozent.

Welche Kriterien entscheiden über die Höhe der Preise?

Auch bei den Edelhölzern gibt es Modetrends, die beispielsweise von Möbelhäusern gesetzt werden. Derzeit sind helle Eichenmöbel gefragt. An dieser Nachfrage orientiert sich - im Rahmen des Betriebsplan - auch Hessen-Forst beim Holzeinschlag. Vor einigen Jahren war beispielsweise die Kirsche sehr gefragt.

Wie viel Geld brachten die teuersten Stämme ein?

Mit einem Erlös von 6199 Euro war eine Eiche aus dem nordhessischen Reinhardswald der wertvollste Stamm - und damit die so genannte „Braut“ der Submission.

Aber auch eher exotische Hölzer erzielen gute Preise. Für einen Festmeter Elsbeere zahlte ein Bieter 618 Euro.

Wie alt ist das Holz, das jetzt versteigert wurde?

„Die Eichen wurden zur Lebzeit von Beethoven vor rund zweihundert Jahren gepflanzt und bis heute gepflegt. Schon unsere Urgroßväter wussten, wie Wälder fachkundig zu bewirtschaften sind, damit sie gesund bleiben und auch unseren Urenkeln wertvolles Holz liefern“, sagt Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebs Hessen-Forst.

Wer kauft die heimischen Hölzer?

„Da bieten nur die Spezialisten“, so Gerst Es handele sich um Sägewerke, aber auch Hersteller von Möbeln, Furnieren und Holzfässern. Regelmäßig kämen Interessenten aus Frankreich nach Hessen, um die Eichenstämme zu begutachten.

Wie funktioniert die Versteigerung?

Bei einer Submission wird jedem Stamm ein Los zugeordnet, das die nötigen Angaben für die Holzverarbeitung enthält. Holzkäufer bekommen eine Liste der Lose und können sich mehrere Wochen das Angebot an Ort und Stelle anschauen.

Schriftliche Angebote

Dafür dienen die Lagerplätze als Schaufenster. Ohne die Angebote der Mitbieter zu kennen, schicken die Käufer ihre schriftlichen Angebote an Hessen-Forst. Am Stichtag werden die bis dahin verschlossenen Gebote geöffnet und verglichen. Der Meistbietende bekommt den Zuschlag.

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