Kirmesteam soll ins Leben gerufen werden

„Viehmarkt darf nicht sterben“: Gudensberger machen sich stark fürs Traditionsfest

Attraktionen müssen sein: Ein Fahrgeschäft, zum Beispiel die Raupe oder Berg- und Talbahn, sollte es beim Gudensberger Viehmarkt weiterhin geben, dazu ein Kinderkarussell für die Jüngsten. Archivfoto Eberlein
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Attraktionen müssen sein: Ein Fahrgeschäft, zum Beispiel die Raupe oder Berg- und Talbahn, sollte es beim Gudensberger Viehmarkt weiterhin geben, dazu ein Kinderkarussell für die Jüngsten. 

Gudensberg. „Eine 80-jährige Tradition wirft man nicht einfach weg!" Monika Heß und Ilona Finster, die vom Gudensberger Viehmarkt mit Heimatfest ihr Leben lang begleitet wurden, wollen um dieses Fest kämpfen.

Und das nicht allein, sondern zusammen mit einer immer größeren Gruppe von Einwohnern. Viele von ihnen suchten am gestrigen Donnerstag im Gespräch mit Bürgermeister Frank Börner und der Viehmarkts-Kommission nach Ideen und Lösungen, wie man das Traditionsfest, das seit Jahren unter Besuchermangel leidet, wiederbeleben kann.

Ilona Finster

Mit einem offenen Brief an den Bürgermeister auf Facebook hatte Ilona Finster starke Reaktionen in dem Städtchen am Schlossberg ausgelöst. „Ich war echt geschockt, als ich gelesen habe, dass unser Viehmarkt bedroht ist“, erzählt sie. Da habe sie aus dieser Emotion heraus geschrieben - und die Resonanz sei riesig gewesen. Viele Kommentare, viele Likes, allein 152 Mal geteilt wurde ihr Beitrag.

An der Unterschriftenaktion, die auf die Schnelle ins Leben gerufen wurde, beteiligten sich ebenfalls viele Gudensberger, etwa 150 unterschrieben den Aufruf.

„Wenn es so wie bisher nicht mehr geht, müssen wir andere Wege finden“: Da sind sich Ilona Finster, Monika Heß, Yvonne Ruppert und andere einig. Ideen dafür gebe es viele. Was sie sich überlegt haben, trugen sie am Donnerstag dem Bürgermeister und den Mitgliedern der Viehmarkt-Kommission vor.

Monika Heß

Frank Börner betonte, dass ihm daran gelegen sei, das Fest zu retten, nicht abzuschaffen. Doch Probleme wie Schausteller, festwirt, Umsätze und zu wenige Besucher müssten gelöst werden. In der ehrenamtlich tätigen Kommission habe man sich schon viele Gedanken gemacht. Das Ergebnis sei eindeutig: Die Gudensberger müssen sich mehr engagieren als bisher: „Ohne das wird es nicht gehen.“ Es müsse ein Ruck durch Gudensberg gehen.

Die Gruppe der Viehmarkt-Retter hat diesen Ruck gespürt. Sie plädieren deshalb dafür zu überlegen, was man vor Ort habe, wer mitmachen könnte. Ihr Vorschläge: 

• das Fest auf drei statt nur zwei Tage (Freitag bis Sonntag) zu reduzieren, 

• der Jugend nur ein Fahrgeschäft (Raupe) anzubieten, dazu ein Kinderkarussell, einige Buden aus der Region, Festplatz insgesamt kleiner, 

• ein Kirmesteam ins Leben zu rufen, das zunächst den Freitagabend organisiert,

• für den Sonntag Kinderspiele und Familienunterhaltung (Chatten-Games) anbieten, dazu Kaffee und Kuchen im Zelt, 

• lokale Geschäfte anfragen, ob sie einen Stand betreiben, Standmiete so niedrig wie möglich, 

• eine Tombola organisieren mit Losverkauf im Vorfeld, 

• ganz wichtig: viel Werbung machen im Vorfeld.

Bestimmte Traditionen sollten möglichst erhalten werden, etwa der Laternenumzug der Kinder, das Wecken der Stadt durch den Spielmanns- und Fanfarenzug, der Festgottesdienst am Sonntag.

Für viele der Ideen fanden sich bereits Personen, die sich darum kümmern wollen und Mitstreiter suchen. In einigen Wochen will man schauen, was tatsächlich noch in diesem Jahr realisierbar ist. „Es wäre doch schade, wenn unsere Kinder und Enkel dieses Fest nicht mehr erleben könnte, das Gemeinschaftsgefühl dabei“, sagt Monika Heß.

Mitmachen beim Kirmesteam

Wer beim Kirmesteam, das gegründet werden soll, mitmachen will: Erstes Treffen am 3. März, 18 Uhr, im Ev. Gemeindezentrum. Auch eine Facebook-Seite gibt es: „Kirmesteam Gudensberg“.

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