Osteopathie ist eine alternative Behandlungsmethode: Wie sie wirkt und wem sie hilft

Heilung mit den Händen

Sanfte Bewegungen bringen Beschwerdefreiheit: Osteopathie kann zum Beispiel auch bei Kopfschmerzen und Migräne zum Einsatz kommen. Unser Foto zeigt Friedrich Benzenberg und seine Frau Renate. Foto: De Filippo

Schwalm-Eder. Immer mehr Menschen schwören auf Osteopathie - eine ganzheitliche Medizin, die Funktionsstörungen im Körper beheben soll. Dabei arbeitet der Osteopath ausschließlich mit seinen Händen. Wie die ganzheitliche Behandlungsmethode funktioniert, und bei welchen Beschwerden sie helfen kann, erklärt der Bad Zwestener Arzt und Osteopath Friedrich Benzenberg.

Herr Benzenberg, Osteopathie ist eine Behandlungsmethode, die immer mehr Zuspruch findet. Auf welchen Grundlagen beruht sie?

Friedrich Benzenberg: Jeder Körper hat die Möglichkeit, sich selbst zu regenerieren. Osteopathen helfen ihm dabei, diese Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Mit den Händen erspüren sie Funktionsstörungen und Blockaden, um diese dann mit sanften Bewegungen zu lösen. Solche Störungen können in Muskeln, Gelenken, Nerven und Organen ebenso auftreten wie in den Faszien - Bindegewebsfasern, die diese Strukturen umhüllen und verschiedene Körperbereiche miteinander verbinden.

Bei welchen Beschwerden kann Osteopathie hilfreich sein?

Benzenberg: Osteopathie kommt buchstäblich von Kopf bis Fuß zum Einsatz. Sie kann bei Migräne, Sodbrennen und Verspannungen ebenso helfen wie bei Bewegungseinschränkungen, Bandscheibenproblemen und postoperativen Schmerzen. Dabei betrachten wir Osteopathen den Körper stets als Ganzes. Denn manchmal liegt die Ursache eines Symptoms in einer anderen, unerwarteten Region.

Gibt es dafür Beispiele?

Benzenberg: Wenn ein Patient über Schulterschmerzen klagt, kann zum Beispiel eine winzige Verschiebung der Organe schuld sein, oder eine Blockade im Bereich des Zwerchfells kann Kopfschmerzen verursachen.

Wo liegen die Grenzen der Osteopathie?

Benzenberg: Osteopathie kann in vielen Bereichen erfolgreich sein, sie gibt allerdings keinerlei Heilungsversprechen. Bei akuten Infektionen, Tumorerkrankungen und schweren Verletzungen ist eine schulmedizinische Behandlung ohnehin unumgänglich.

Seit ein paar Jahren gibt es einen regelrechten Osteopathie-Boom. Die Behandlungsmethode wird deutschlandweit in über 3000 Praxen angeboten. Wie erkenne ich einen guten Osteopathen?

Benzenberg: Bei der Qualifikation gibt es große Unterschiede, denn die Bezeichnung „Osteopath“ ist in Deutschland nicht geschützt, und die Ausbildungen sind sehr unterschiedlich. Von den führenden Verbänden für Osteopathie wird eine intensive, fünfjährige Ausbildung mit mindestens 1350 Stunden sowie eine Abschlussprüfung gefordert. Nur Osteopathen mit diesem Ausbildungsgang können Mitglied dieser Verbände werden. Wer sich in Behandlung begibt, sollte deshalb darauf achten, dass der Osteopath Mitglied in einem Berufsverband – beispielsweise der Deutschen Ärztegesellschaft für Osteopathie (DÄGO), VOD (Verband Osteopathen Deutschland) oder dem Bundesverband Osteopathie (BVO) – ist. ARTIKEL RECHTS

Von Pamela De Filippo

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