Gebäude muss für Zufahrt eines neuen Einkaufszentrums weichen

Praxis vor dem Aus - Zahnärztin sammelt Unterschriften gegen Hausabriss

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Auf der Suche nach neuen Räumen: Zahnärztin Dr. Christine Jablonowski (links) muss Ende November ihre Praxis räumen. Das Gebäude wird wegen des neuen Einkaufszentrums abgerissen. Ruth Amert-Lengemann, Marina Ruppel-Häckel und Alwina Herle (vorne) bangen um ihren Job.

Homberg. Die Pläne fürs neue Homberger Einkaufszentrum wirbeln auch die Pläne von Zahnärztin Dr. Christine Jablonowski durcheinander.

In sieben Wochen muss Jablonowski raus aus ihrer Praxis, denn das Gebäude in der Kasseler Straße, in dem sie arbeitet, wird voraussichtlich noch in diesem Jahr abgerissen. Es soll der Zufahrt des neuen Einkaufszentrums weichen, das bis Ende 2018 auf dem Ulrich-Areal entstehen soll (wir berichteten). Jetzt sammelt sie Unterschriften, um in ihrer Praxis bleiben zu können.

Seit März hat die Homberger Zahnärztin die Kündigung – aber noch immer keine Alternative. Sie habe sich an die Stadt gewandt, und der Bürgermeister habe zwar Kontakte hergestellt, doch sei kein Vertrag zustande gekommen, berichtet die Ärztin. Entweder seien die Räume nicht groß genug oder nicht behindertengerecht gewesen. Und das sei eine der wichtigsten Voraussetzung für eine Praxis.

Nun ist in der vorigen Woche auch die letzte Hoffnung auf ein neues Domizil geplatzt: Die Stadt habe ihr mitgeteilt, dass es auch im Ärztehaus am Obertor keinen Platz für sie gebe.

Für Christine Jablonowski ist das ein schwerer Schlag. Jetzt wissen sie und ihre Mitarbeiterinnen noch nicht, was aus der Praxis und ihren Jobs wird. Die Zahnärztin sammelt nun unter ihren Patienten sowie im Internet Unterschriften für eine Petition, um den Abriss des Gebäudes zu vermeiden oder wenigstens hinauszuzögern. Die Listen will sie demnächst Bürgermeister Ritz überreichen, kündigt sie an.

Das sagt der Bürgermeister:

Dr. Nico Ritz kann zwar die Not der Zahnärztin verstehen – aber nicht nachvollziehen, warum denn nun die Stadtverwaltung plötzlich Schuld an der misslichen Lage haben soll. Ritz selbst habe Jablonowski vier potentielle Vermieter vermittelt. Als nirgends ein Vertrag zustande gekommen sei, habe er als Option angeboten, noch einmal die Lage im Ärztehaus zu prüfen. Doch die freien Räume dort seien vergeben. Die im Dachgeschoss, die im nächsten Jahr frei werden, eigneten sich nicht für eine Zahnarztpraxis, die wegen der Behandlungsstühle viel Platz erfordere. Auch die Sammlung von Unterschriften ändere nichts an der Lage der Dinge : „Wir können ja als Stadt nicht mal eben eine Zahnarztpraxis bauen“, sagt Ritz.

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