Neuer Waldkindergarten: Knirpse erobern den Burgberg

Homberg. Das Ende der Sommerferien war in Homberg zugleich der Anfang eines neuen, in der Stadt einmaligen Kindergartenangebotes: Der erste Waldkindergarten hat seinen Betrieb aufgenommen.

Wir haben uns in der neuen Einrichtung, die zugleich mitten in der Stadt liegt, umgesehen.

Das Basislager

Im Juni haben die Bauarbeiten für Hombergs ersten Waldkindergarten begonnen. Bauarbeiten für einen Waldkindergarten? Statt eines Bauwagens am Waldrand steht den Kindern in Homberg jetzt ein 55 Quadratmeter großes Holzhaus zur Verfügung. Dort finden sie bei extrem schlechtem Wetter Unterschlupf und können in dem Gebäude auch mittags essen, zur Toilette gehen oder eine Pause einlegen.

Die Kosten

110 000 Euro waren für den Bau der Basisstation vorgesehen. Durch eine Förderung von annähernd 90 Prozent aus dem Kommunalinvestitionsprogramm trägt die Stadt etwa 11 000 Euro der Kosten. Die Schlussrechnung liege zwar noch nicht vor, doch werde man die Kosten nicht überschreiten, so Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Noch seien einige Arbeiten in dem Holzhaus und auf dem Gelände zu erledigen. Der Betrieb sei aber gut angelaufen.

Der Wald

14 Fußballfelder groß ist die Fläche, die den Kindern am Burgberg rein rechnerisch zur Verfügung steht, denn der Wald um den Burgberg ist zehn Hektar groß. Diese Fläche fängt gleich hinter dem Holzhaus an. „Das Areal erstreckt sich von der Obertorstraße bis hin zum Hausbrunnenweg. Dazwischen ist der Burgberg“, so Hauptamtsleiter Joachim Bottenhorn. Das sei schon eine stattliche Größe. Trotz der Lage am Wald sei der Kindergarten zugleich auch in direkter Nähe zur Innenstadt.

Die Kinder

20 freie Plätze gab es in dem Waldkindergarten zu vergeben, allerdings nicht lange: „Schon nach einer ersten Informationsveranstaltung gingen 16 Anmeldungen ein“, sagt die Leiterin Ulrike Wittenberg. Bald darauf waren auch die weiteren vier Kindergartenplätze vergeben. Die 20 Kinder sind zwischen drei und sechs Jahre. Schon kurz nach der Eröffnung hatten sie sich Höhlen im Gebüsch gebaut.

Die Erzieher

Drei Erzieher arbeiten in der Einrichtung. Neben der Leiterin Ulrike Wittenberg sind das Jan Avemaria und Monika Mach. „Für uns ist ein Traum in Erfüllung gegangen“, sagt Wittenberg, die bereits lange darauf gehofft hatte, dass es in Homberg einen Waldkindergarten gibt. Insgesamt arbeiten in den Kindergärten der Stadt 44 Erzieherinnen und ein Erzieher.

Die Eltern

Während sich die Kinder bereits gut eingelebt haben und das Gelände rund um den Burgberg erkunden, brauchen manche Eltern noch etwas länger, verrät die Kindergartenleiterin und lächelt. So habe es Bedenken gegeben, dass Kinder weglaufen oder nicht rechtzeitig zur Toilette gelangen könnten. Doch zeigt sich Wittenberg zuversichtlich, dass auch diese ersten Unsicherheiten bald genommen seien.

„Viele Eltern bleiben gerne auch etwas länger, wenn sie die Kinder bringen oder abholen, so gut gefällt es ihnen bei uns. Es ist der Beginn einer guten Elternarbeit“, sagt Wittenberg.

Die Betreuungszeiten

Der Waldkindergarten ist eine Ganztageseinrichtung mit einem Mittagsangebot. Die Betreuungszeiten und das warme Essen machten die Einrichtung einmalig im Landkreis, erklärt Bürgermeister Ritz. Überhaupt sei die Ganztagesbetreuung ein wichtiges Argument dafür, warum der Waldkindergarten eine hohe Akzeptanz bei den Eltern finde, so Ritz weiter.

Bereits vor drei Jahren hatte die Stadt einen Waldkindergarten-Anlauf gewagt. Damals war als Standort Wernswig im Gespräch. Doch habe es letztlich nur fünf und somit nicht genug Anmeldungen gegeben, erklärt Hauptamtsleiter Joachim Bottenhorn.

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