Plötzlich war das Pferdchen da: Familie Bolz aus Hülsa ist ein Pony zugelaufen

Hülsa. Es gibt Menschen, denen ist schon mal eine Katze zugelaufen, anderen ist schon mal ein Vogel zugeflogen. Franziska Bolz aus Hüsa ist ein Pony zugelaufen. Vom Besitzer fehlt jede Spur.

Die Pferde, die Hunde, das kleine schwarze Pony und die beiden Lamas auf dem Hof von Franziska und Florian Bolz in Hülsa haben Namen - nur eines nicht: ein kleines, schwarz-weißes Pony. Das lebt erst seit einer Woche dort. Es ist der Familie vor einer Woche zugelaufen.

Als sie ihren Sohn Friedrich morgens zum Kindergarten bringen wollte, hatte der am Waldrand das Pony entdeckt. Das Tier kam langsam auf den Jungen und dessen Mutter zu. „Es trug einen Halfter, war in einem schlechten Zustand und muss schon ein paar Tage unterwegs gewesen sein“, sagt Franziska Bolz. Das Fell sei stumpf gewesen, um den Hals herum abgeschabt und das Tier hatte einen Ausschlag. „Es könnte sein, dass es nicht gut gehalten wurde, vielleicht irgendwo festgebunden stand“, vermutet sie.

Das vermutlich etwa zwei Jahre alte Tier sei zwar noch etwas stürmisch, aber zutraulich und Menschen gewöhnt.

Kaum in einen der Ställe gebracht, trank das Pony gleich drei 15-Liter-Eimer voller Wasser leer. Normalerweise trinke ein Pony etwa einen dieser Eimer am Tag aus. Und ordentlich Hunger hatte das Tier auch. Jedenfalls bekam es kaum genug von Heu und Kraftfutter.

Als klar war, dass das Pony keine ansteckenden Krankheiten hat, stellte die Familie es zu ihrem eigenen Pony Molly. Beide Tiere verstanden sich auf Anhieb: Bei gutem Wetter tummeln sich beide auf der Weide. Schnell habe sich der Zustand des neuen Hofbewohners gebessert, so Franziska und Florian Bolz. Ihre Freude darüber ist groß. Doch es betrübt sie, dass es ihnen bislang nicht gelungen ist, den Eigentümer des Ponys zu finden. „Es muss doch auffallen, wenn ein Pony fehlt“, sagt sie.

Allerdings ist sich die Familie auch einig, dass sie den niedlichen Familienzuwachs nur wieder herausrückt, wenn er in gute Hände kommt. Denn einen Vorteil habe sie auf ihrer Seite, sagt Franziska Bolz: Pferde müssten einen speziellen Mikrochip tragen, um ihrem Besitzer zugeordnet werden zu können. Das etwa 1,05 Meter große Pony aber ist nicht gechippt.

„Im Notfall kann es bei uns bleiben“, sagt Franziska Bolz. Allerdings habe sie schon jetzt mit ihren Tieren alle Hände voll zu tun. „Für das Pony braucht man Zeit. Es muss erzogen werden, es braucht Bewegung und in etwa einem Jahr kann es von Kindern eingeritten werden“, erklärt Franziska Bolz.

Und wann bekommt das Pony einen Namen? „Wenn es bei uns bleibt. Nicht vorher, denn sonst würde ich mich nicht mehr von dem Tier trennen können.“

Bitte um Hinweise

„Mir ist ein Pony zugelaufen.“ Mit diesem Satz hat Franziska Bolz über Facebook versucht den Besitzer des Ponys zu finden. Und auch bei der Polizei hat sie gemeldet, dass sie ein Pony gefunden hat. Außerdem wurden Ortslandwirte und natürlich auch die Menschen in der Nachbarschaft und verschiedene Reiter informiert. Bislang ohne Erfolg. Wer einen Hinweis geben kann, kann sich auch bei unserer Zeitung melden, wir leiten die Mail dann an Frau Bolz weiter: homberg@hna.de

Rubriklistenbild: © Yüce

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