Wahl: Offenbar gefälschte Briefe sollten Kandidaten ausschließen

Homberg. In Homberg wird im Vorfeld der Wahl offenbar mit ganz üblen Tricks gespielt - mit scheinbar gefälschten Briefen, Unterschriften und Behauptungen.

Das alles reicht soweit, dass Claudia Ulrich (CDU) und Bernd Herbold (SPD) nun Anzeige erstattet haben - gegen Unbekannt.

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Hintergrund: Mitte Februar gingen bei der Stadt und dem Schwalm-Eder-Kreis Briefe mit einem Widerspruch zur Kandidatenliste zur Kommunalwahl ein. Demnach soll sich die CDU gegen die Kandidatur eines SPD-Kandidaten (Name der Red. bekannt) ausgesprochen haben, da dessen Erstwohnsitz nicht in Homberg sei.

„Eine falsche Behauptung“, betont Wahlleiter Joachim Bottenhorn. Der Kandidat habe seinen Hauptwohnsitz in Homberg. Deshalb habe man den Widerspruch abgewiesen.

Genau mit dieser Antwort an Claudia Ulrich flog alles auf. Denn das Pikante daran: Das Schreiben stammt gar nicht von der CDU. Und wurde auch nicht von der Vorsitzenden Claudia Ulrich geschrieben, wie Briefkopf und Unterschrift glauben machen sollten, so Ulrich. Überhaupt seien CDU und SPD nicht zerstritten und hätten gerade in den vergangenen Monaten gut im Interesse der Stadt zusammengearbeitet. „Das wird nicht für Unfrieden zwischen uns sorgen“, sagt der Fraktionsvorsitzende Joachim Pauli (CDU). „Wir lassen uns nicht aufwiegeln“, sagt Ulrich.

Am 4. März ist nun ein weiteres offenbar gefälschtes Schreiben bei der Stadt eingegangen. Diesmal mit dem Absender von Bernd Herbold (SPD). In diesem Schreiben wird Widerspruch gegen die Kandidatur von drei CDU-Kandidaten (Namen der Red. bekannt) eingelegt, die angeblich ihren Hauptwohnsitz nicht in Homberg haben. „Auch das ist nicht wahr“, so Bottenhorn.

„Das ist Diffamierung“

Wieder scheint es sich um eine Fälschung zu handeln. Bernd Herbold distanzierte sich im HNA-Gespräch von dem Brief: „Das ist nicht von mir, das ist Diffamierung. Die Unterschrift muss gefälscht sein“, so Herbold und spricht von einer Schlammschlacht auf dem Rücken von CDU und SPD. Auch er erstattete Anzeige wegen Urkundenfälschung - ebenfalls gegen Unbekannt.

Eigentlich haben die etablierten Parteien all das gar nicht an die große Glocke hängen und die Polizei ermitteln lassen wollen. Doch wurde nun - zwei Tage vor der Wahl und kaum einer Chance für die Parteien darauf zu reagieren - in einem Homberger Internetblog darüber berichtet. Der Betreiber des Blogs behauptet, dass ihm die Schreiben vorlägen. Das erstaunt SPD und CDU, denn bislang hätten sie die Angelegenheit diskret behandelt. Ob das bedeute, dass der Blogbetreiber den tatsächlichen Absender der Briefe kenne, werde hoffentlich die polizeiliche Ermittlung ergeben, sagt Pauli.

Vor allem sei das alles aber bedauerlich für alle, die ehrenamtliche, ehrliche Politik in Homberg machen wollen, betont Herbold.

Rubriklistenbild: © dpa

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