Homberger Bürgerbus soll bald rollen

Experten-Runde zum Thema Bürgerbus: Von links Dr. Holger Jansen, Ralph Hintz, Madeleine Buchmann und Dr. Roland Löffler informierten in der Homberger Stadthalle über die Fortschritte beim Thema Bürgerbus. Foto: Zecher-Christ

Homberg. Mit einem Bürgerbus soll in Homberg die Mobilität vor allem der Menschen in den Dörfern verbessert werden. Mit Unterstützung der Herbert-Quandt-Stiftung wird dazu ein Konzept erarbeitet.

Möglichst noch vor der Sommerpause soll der Bus rollen. In der nächsten Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 18. Februar, soll eine Entscheidung fallen.

Zu einem Austausch über den Stand der Entwicklung trafen sich in der Stadthalle 50 Homberger. Die Teilnehmer des Runden Tisches im Programm „Land mit Zukunft“ stellten ihre Ideen für einen Bürgerbus vor. 25 Teilnehmer meldeten sich am Ende der Veranstaltung und sicherten zu, am Thema Bürgerbus weiterzuarbeiten.

„Bürgerbus - die Idee ist in Homberg ja nicht gänzlich neu, ist beim ersten Mal nur ein bisschen versickert“, sagte Bürgermeister Dr. Nico Ritz.

„Der Bürgerbus erhöht die Lebensqualität der älteren Menschen.“

„Unser Ziel ist, dass Ortsteile miteinander verbunden werden, dass Mobilität entsteht für Menschen, die nicht mobil sind oder es schwer haben zum Arzt zu kommen oder zum Supermarkt oder in den nächsten Ort, um sich mit Familie und Freunden zu treffen“, erklärte Dr. Roland Löffler von der Herbert-Quandt-Stiftung.

Die Projektverantwortliche Madeleine Buchmann berichtete: „Der Bürgermeister hat uns im Vorgespräch zugesichert, dass der städtische Kleinbus als Bürgerbus zur Verfügung stehen könnte, und dass die Stadt gern bereit ist, uns mit anderen Infrastruktureinrichtungen zu unterstützen, zum Beispiel ein Raum, um Telefonsprechstunden abzuhalten, die man braucht, um Fahrten zu koordinieren.“ Hinzu komme, dass man über das Programm „Land mit Zukunft“ auch Fördergeld zur Verfügung habe. „Wir haben gute Voraussetzungen, dass so ein Bürgerbus-Projekt in Homberg gelingen kann“, fasste sie zusammen.

Bürgerbus-Experte Dr. Holger Jansen, der am „nexus“-Institut in Berlin arbeitet, sagte: „Jeder Bürgerbus ist anders, weil er jeweils für den lokalen Bedarf entwickelt wird.“

Alle Bürgerbusse funktionierten auf jeden Fall nach dem selben Prinzip: „Bürger fahren für Bürger“. Dazu sei ehrenamtliches Engagement unverzichtbar. Ralph Hintz (Bürgerbusbeauftragter der Verbandsgemeinde Langenlonsheim) berichtete von seinen Erfahrungen.

Wenn der Bus von der Verbandsgemeinde getragen werde, seien die Ehrenamtlichen durch deren Versicherungsschutz abgesichert. Das gelte auch bei der Haftpflicht.

Hintz: „Der Bürgerbus erhöht die Lebensqualität älterer Menschen, schenkt ihnen Freiheit und Unabhängigkeit von Nachbarn und Kindern.“ Eine Hombergerin merkte an, dass der Bürgerbus für alle Zielgruppen nutzbar sein müsse, da es keinen vernünftigen Nahverkehr gebe. Sascha Schmidt aus dem Stadtteil Allmuthshausen plädierte für ein Mischmodell zwischen Anruf- und Linienfahrten.

Markus Kink sagte: „Es kann der erste Baustein sein. Ein Bürgerbus ist immer veränderbar.“ „Unser Ziel ist, dass der Bürgerbus vor der Sommerpause rollt“, betonte Löffler. Es wäre schön, wenn man einen Bürgerbus-Verein gründen könnte.

Von Nadja Zecher-Christ

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