Kabarett mit Philipp Weber: Ein Feuerwerk aus Worten

Spendete eifrig Applaus: das Publikum im Bürgerhaus.

Gudensberg. Während auf den Straßen Helau und Alaaf erschallten, hielt sich das Publikum im fast ausverkauften Saal im Bürgerhaus Gudensberg den Bauch vor Lachen.

Philipp Weber, studierter Biologe, Chemiker und Kabarettist, bot sein Programm: Futter - streng verdaulich.

Rund zwei Stunden lang beherrschte er die Bühne in schnellem Lauf und die Menschen mit einem sich fast verhaspelnden, prasselnd witzigen Wortfeuerwerk. Seine Herkunft aus der harten Schule der Slammerpoeten, wo minimale Gestik die Bedeutung der Sprache erhöht, war vorteilhaft zu erahnen.

Entscheidung im Supermarkt

Wie Entscheidungen vor dem Supermarktregal und die globale Weltlage zusammenhängen, wurde geschickt in Szenerien eingebaut.

Da gab es das Rezept der Kanzlerin, die gern KOHL kocht, und schon wurde ganz aktuell geschnippelt, geribbelt, panaschiert und kumuliert.

Bei der Einladung eines imaginären Freundeskreises stellten sich nach und nach endlose Allergien und Abneigungen heraus bis zur Nahrungsmittelunverträglichkeitsintoleranz. Was gehört zu einer Roulade? Senf, rief eine Zuhörerin. Bei diesem Tonfall wohl scharfer, meinte der Künstler. Diese Einbindung des Publikums löste jeweils besondere Lachsalven aus.

Das einzige Requisit war ein Beutel mit Tütensuppen. Aus der Inhaltsangabe, etwa Chemikalien und „explosionsgetrockneter Sellerie“, sollte die Bezeichnung erraten werden. Das gelang nicht.

Mit Humor wurden auch erschreckende Fakten und Zahlen genannt. So haften sie besser im Gedächtnis als jeder Tatsachenbericht.

Zum Beispiel kommen auf dem Flughafen Ffm täglich zehn Tonnen Bio-Gemüse an. Aus China! Und dass der Kühlschrank der dreckigste Ort in der Küche ist, weiß heimlich jeder selbst.

Zum Schluss gab es noch eine Trinkerrunde mit der Feststellung: Wer heute Dinkelbier trinkt, umarmt morgen Bäume! In das Gelächter hinein dankte Philipp Weber allen im Saal mit der Feststellung: Sie gehören zu den Wenigen, die Samstagabend den Arsch von der Fernsehcouch hochkriegen.

Von Michael Meinicke

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