Fettnäpfchen lauern überall: Knigge-Regeln für Auszubildende

Der Chef hat immer die Krone auf: Die Auszubildende Tatjana Subbotila (von links), Maximilian Kraus und Dominik Bürger stellen im Knigge-Seminar von Caroline Seyer Situationen aus dem Berufsalltag nach. Fotos: Schröder/privat

Homberg. Fettnäpfchen lauern überall, vor allem in der Berufswelt. Caroline Seyer hat es sich zur Aufgabe gemacht, Auszubildende auf solche Fallen vorzubereiten.

In ihrem Seminar „Hürden gemeinsam überspringen - gutes Benehmen und Respekt" will sie ihnen ein sicheres Auftreten vermitteln.

Die 28-Jährige ist seit zwei Jahren zertifizierte Business-Knigge-Trainerin. Zunächst hatte sie eine Berufsausbildung zur Tanzlehrerin absolviert, später bildete sie sich zur Umgangsformen-Trainerin für Kinder fort. Nun erklärt sie jungen Berufsanfängern moderne Umgangsformen.

Caroline Seyer

„Ich unterstelle niemandem schlechtes Benehmen“, sagt Seyer und lacht. Die Auszubildenden sollen verstehen, dass sie nicht die „Knigge-Tante“ sei, die Regeln aufstelle. Die eine Regel für jede Situation gebe es ohnehin nicht. „Die meisten machen vieles bereits aus dem Bauch heraus richtig. Wenn man aber Umgangsformen im Beruf versteht, tritt man viel selbstbewusster auf.“

Sicherheit wünscht sich auch Maximilian Kraus. Der 20-Jährige aus Borken hat sich für das Seminar angemeldet, um sein Wissen über Umgangsformen zu erweitern. „Viele Situationen kenne ich bereits aus dem Arbeitsalltag. Dennoch schadet ein letzter Feinschliff nicht.“

Schon Kleinigkeiten könnten für Missverständnisse sorgen. Grüßt man den Chef zuerst oder seine Sekretärin, da sie die Dame ist? Wer reicht die Hand? Und wie spricht man einen Professor Doktor richtig an? Solche Szenen stellte Seyer mit den rund 45 Auszubildenen, die am Seminar im Homberger Sparkassen-Dienstleistungszentrum teilnehmen, nach.

Anders als im Privaten zählen im Beruf Hierarchien. „Der Chef trägt immer die Krone auf dem Kopf.“ Trifft man ihn und seine Assistentin beispielsweise auf dem Flur, so begrüßt man den Chef zuerst, dann seine Assistentin, obwohl sie die Frau ist. Der Chef entscheidet auch, ob er zur Begrüßung die Hand reicht.

Wichtig sei es auch, zu verinnerlichen, dass jede Handlung eines Mitarbeiters auf das Unternehmen zurückfalle, erklärt Seyer. „Man ist das Aushängeschild der Firma.“ Im schlimmsten Fall könne man dem Betrieb schaden - und das falle letztendlich auf einen selbst zurück.

Neben Wertschätzung und Respekt geht es im Seminar auch um äußeres Erscheinen, Erwartungen von Vorgesetzten und andere heimliche Spielregeln im Betrieb. „Manches wusste ich noch gar nicht“, erzählt der 19-jährige Dominik Bürger aus Kassel. Einige Situationen waren ihm neu.

Auch für die 26-jährige Tatjana Subbotila aus Borken sind Umgangsformen sehr wichtig. Vieles aus dem Berufsleben könne sie im Privaten anwenden. Denn egal ob beruflich oder privat - Umgangsformen sind der Grundstein für ein respektvolles und entspanntes Miteinander.

Benimm-Regeln für Auszubildende

1. Wertschätzung: Egal welcher Mitarbeiter vor einem steht, jedem sollte Wertschätzung gezeigt werden. Das fängt zum Beispiel beim Türaufhalten an.

2. Höflichkeit: Worte wie Danke, Bitte und Entschuldigung sollten in jedem Wortschatz vorkommen.

3. Hierarchien: Der Ranghöchste einer Firma wird zuerst begrüßt. Danach die, die ihm in der Hierarchie folgen.

4. Anrede: Mitarbeiter im Betrieb werden mit „Sie“ angesprochen. Erst wenn sie das „Du“ angeboten haben, dürfen sie geduzt werden. Personen mit Titeln werden mit „Herr“ bzw. „Frau“ und dem höchsten Titel angesprochen.

5. Grenzen: Im Zweifel des Falles hilft es immer, Grenzen zu wahren. Persönlich sowie physisch sollte man seinen Kollegen und Vorgesetzten nie zu nahe treten.

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