Das Pferd ist der Trainer: Treffen am Zeidlerhof in Oberbeisheim

Setzen sich mit der Frage der Führungskraft auseinander: Gerhard Krebs (links) vom Zeidlerhof Oberbeisheim und und David Harris aus dem englischen Windsor. Foto:  Brandau

Oberbeisheim. Der Oberbeisheimer Zeidlerhof war jetzt Treffpunkt von 70 Trainern aus aller Welt. Doch wer glaubt, dass es sich dabei um ein Treffen des internationalen Reitlehrerverbandes handelt, der irrt.

Dort kamen jetzt Experten aus Amerika, Canada, Russland, Israel, Ungarn und Schweden zusammen, um sich zum Thema Führungskraft auszutauschen.

Seit gut einem Jahr ist der neu sanierte Hof in der Oberbeisheimer Ortsmitte Treffpunkt von Experten in Sachen Führungsmanagement, so auch bei der Jahreskonferenz, die jährlich wechseln in anderen Ländern stattfindet.

Gerhard Krebs vom Zeidlerhof ist Experte für die Frage, welcher Führungsstil künftig in den Unternehmen gebraucht wird. Er gibt im Unternehmen „Horsedream“ Seminare für Führungskräfte - mit Pferden als Impulsgebern.

Ohne Druck und Prügel

Dabei geht es rein gar nicht ums Reiten, sondern vielmehr um die Frage, wie man sich den Tieren annähert, wie man mit ihnen umgeht, sie dazu bringt, Dinge zu tun, Aufgaben zu erfüllen. Und zwar ohne Druck und Prügel, sondern nur mit Überzeugungskraft und klarem Auftreten.

„Pferde empfangen das, was der Mensch mit seiner Körperhaltung und Sprache ausdrückt“, sagt Gerhard Krebs. „Das Pferd wird zum Trainer: Es zeigt, dass man Vertrauen aufbauen muss, wenn man etwas erreichen will - und dass sich dieses Vertrauen lohnt.“

Diesen Satz könne man auch 1:1 auf viele Unternehmen übertragen, sagt auch Krebs’ Kollege David Harris. Coach aus dem englischen Windsor. Harris setzt sich für einen Kulturwandel und damit für mehr Menschlichkeit, eine bessere Zusammenarbeit und mehr Respekt ein.

Krebs gibt ein Beispiel: Beinahe jeder Abteilungsleiter höre regelmäßig von seinem Chef von den Satz, dass er mal „sein Team auf Trab bringen müsse.“ Dieses auf-Trab-bringen aber funktioniere so, dass man das Team in Angst und Schrecken versetze - und es damit auch erst einmal in seiner Arbeit und Kreativität lähme. Genau der falsche Weg, wenn Unternehmen voran kommen und ihren Erfolg weiter steigern wollten, sagen Krebs und Harris. Die Idee, Mitarbeiterteams mit Unterstützung von Pferden zu trainieren, und ihre Führungs- und Teamqualitäten durch direkten Kontakt mit den Tieren zu entwickeln, ist nicht neu. Aber erfolgreich, sagen die beiden Trainer. „Es ist eine andere Art der Kommunikation. Aber eine, die das Leben und Arbeiten verändern kann.“

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