Unterscheidung in der Arbeit zwischen Grundschule und Gymnasium sei antiquiert

Lehrer fordern mehr Geld

Gemeinsam für A13: Grundschullehrer aus dem Schwalm-Eder-Kreis und dem Landkreis Waldeck-Frankenberg setzen sich mit Vertretern des VEB und der GEW vor dem staatlichen Schulamt in Fritzlar für gleiche Gehälter ein. Foto: Dessauer

Schwalm-Eder/Waldeck-Frankenberg. Es könne nicht sein, dass sich das Gehalt von Lehrern nach der Schuhgröße der Kinder richte - unter diesem Motto machten sich Grundschullehrer aus dem gesamten Schwalm-Eder-Kreis und dem Landkreis Waldeck-Frankenberg unabhängig von der Schulform, stark.

Gemeinsam mit Vertretern des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Hessen und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für eine Angleichung der Gehälter, überreichten sie am Montag der Leiterin des staatlichen Schulamts Fritzlar, Waltraud Crede, ein Schreiben mit ihrer Forderung. Der Hintergrund: Grundschullehrer werden bundesweit nach der Gehaltsklasse A12 bezahlt - Haupt-, Real-, Förderschul- und Gymnasiallehrer bekommen A13. Effektiv macht das in Hessen einen Unterschied im Bruttogehalt von etwa 500 Euro monatlich.

Viele Argumente dafür

Die Argumente für eine Angleichung der Gehälter: Die Anforderungen an Grundschullehrer seien inhaltlich zwar andere als an Gymnasiallehrer, doch letztlich gleichwertig zu behandeln und zu vergüten, sagte Ulrike Henpf, Vorsitzende des VBE-Regionalverbands Eder-Schwalm.

Durch die unterschiedlichen Gehälter entstünden zunehmend personelle Engpässe. Gerade an Männern mangele es im Grundschullehramt, sagte Silke Monstadt, Lehrerin an der Auenberg-Grundschule in Odershausen. Grund seien die nicht existenten Aufstiegschancen. Diese bestünden bestenfalls noch an Gymnasien.

Die Pädagogen führten auch die höhere Anzahl an Wochenstunden an, die ein Grundschullehrer bei einem vollen Deputat unterrichtet. 29 Stunden pro Woche hält ein Grundschullehrer durchschnittlich in Hessen. Ein Gymnasiallehrer 25 bis 26. Weiterhin, so die Befürworter des Antrags, sei die universitäre Ausbildung zum Grundschullehrer mittlerweile genauso lang wie die für Gymnasiallehrer.

Noch trifft dies für die drei hessischen Universitäten in Frankfurt, Gießen und Kassel, an denen Grundschullehramt angeboten wird, jedoch nicht zu. Im Gegensatz zu den meisten anderen Bundesländern laufen Lehramtsstudiengänge in Hessen noch nicht auf Bachelor- und Masterabschlüsse hinaus. Der Abschluss ist nach wie vor das erste Staatsexamen. Für Grundschullehramt ist demnach eine Regelstudienzeit von sieben und für Gymnasialllehramt von neun Semestern veranschlagt.

Hohe Anforderung für alle

Trotzdem stellen Bodo Hofmann-Thomschewski, selbst Gymnasiallehrer und stellvertretender Vorsitzender des GEW-Kreisverbands Melsungen Fritzlar, und Helmut Schmidt-Biermann aus dem Kreisvorstandsteam der GEW-Waldeck klar, dass die Anforderungen für alle Lehrer, unabhängig von der Schulform, hoch seien. An Grundschulen werde jedoch das Lernen gelehrt. Dies sei grundlegend für den weiteren Bildungsweg aller Schüler und somit gleichwertig zu vergüten.

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