Wenige Mitglieder mit ausländischen Wurzeln im Kreis

Migranten sind bei der Feuerwehr im Schwalm-Eder-Kreis rar

Schwalm-Eder. In den Reihen der Feuerwehren im Schwalm-Eder-Kreis gibt es kaum Mitglieder mit Migrationshintergrund. Gerade einmal fünf der insgesamt 5277 Helfer in den Einsatzabteilungen haben laut Kreisbrandinspektor Werner Bähr im Schwalm-Eder-Kreis ausländische Wurzeln.

In den Jugendfeuerwehren sind es elf von insgesamt 2102 Mitgliedern.

„Wir arbeiten hart daran, Mitglieder zu gewinnen“, sagt Bähr. Denn Mitglieder mit Migrationshintergrund seien eine große Chance für die Feuerwehr. „Gerade auch was die Brandschutzaufklärung angeht“, sagt Bähr. Denn durch Sprachkenntnisse der Migranten ließen sich noch mehr Menschen bei der Aufklärung erreichen. Deshalb habe es im Schwalm-Eder-Kreis schon einige Veranstaltungen in Moscheen gegeben. Dabei wurde auch die Arbeit der Feuerwehr vorgestellt. Trotzdem sei es schwer, Mitglieder zu gewinnen.

„Wir haben kein Imageproblem, sondern viel mehr ein Zugangsproblem“, sagt Holger Schönfeld, Medienreferent des Landesfeuerwehrverbandes Hessen.

Landesweit liege die Zahl der Migranten in der Freiwilligen Feuerwehr etwa bei neun Prozent. Noch gebe es zwar keine Statistik, aber verlässliche Erfahrungswerte. Auch Werner Bähr sagt: „Die Freiwillige Feuerwehr gibt es nur im deutschsprachigen Raum.“ In der Türkei und in Russland beispielsweise würde die Feuerwehr von Polizei oder Militär gestellt. Viele wüssten deshalb einfach nicht, dass die Feuerwehr in Deutschland ganz anders organisiert ist, als sie es aus ihren Heimatländern kennen.

Schönfeld spricht zwar von steigenden Zahlen, schränkt aber ein: „Wir bilden noch nicht das gesamtgesellschaftliche Bild ab.“ Doch auch die Feuerwehr müsse die gesellschaftliche Realität abbilden. Werbekampagnen sollen die Hemmschwelle reduzieren.

Von Barbara Kamisli

Rubriklistenbild: © dpa

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