Flashmob im Erdbeerfeld

Nach Unwetter: Internet-Aufruf sorgt dafür, dass Bio-Landwirt geholfen wurde

Auch sie folgten dem Aufruf: Patty Sirrenberg mit Enkelin Malwine und deren Freundin Greta.

Besse. Das Erdbeerfeld des Obsthofes von Familie Döring in Besse bot bis gestern einen traurigen Anblick. Grund dafür: Am Sonntag vor einer Woche ist ein starkes Unwetter mit bis zu walnussgroßen Hagelkörnern übers Unterdorf und die angrenzenden Felder gezogen.

Doch dank einer ungewöhnlichen Idee, einem Erdbeer-Flashmob, können ab dieser Woche wieder die roten Beeren gepflückt werden. Zu der Aktion aufgerufen wurde unter anderem im sozialen Netzwerk Facebook. 30 Helfer kamen, um die Dörings zu unterstützen. Sie ernteten die faulen Früchtchen ab.

Die Aktion

„In erster Linie haben wir über unseren Kunden-Mailverteiler einen Hilferuf gestartet“, erklärt Martin Döring. Ein Bekannter habe bei Facebook dann zu dem Flashmob aufgerufen, dadurch seien weitere Leute zur Hilfe geeilt. Diese Aktion sei eindeutig ein Zeichen gegen die soziale Kälte und für die Hilfsbereitschaft der Menschen in der Region, so die Dörings. Zum Dank erhielt jeder Helfer ein Körbchen Erdbeeren. „Es sind auch Leute dabei, die noch nicht mal Kunden bei uns sind“, so Martin Döring. Die Familie hofft nun, mit den Erdbeeren noch einen Teilertrag zu erzielen, den die Kunden abpflücken könnten.

Das Unwetter

In Dissen und Hertingshausen regnete es nur leicht, in Holzhausen kamen lediglich kleine Hagelkörner herunter. Das Erdbeerfeld des kleinen Bioland-Betriebes hat es jedoch mit voller Wucht getroffen. „Der Hagel hat einen ordentlichen Teil der Blätter kaputt geschlagen, Früchte abgeschlagen und angeschlagen“, erzählt Isabel Döring.

Die Folgen

Die schimmelnden Erdbeeren steckten die gesunden Beeren an, so wurden diese in den vergangenen Tagen auch beschädigt. Das Buchweizenfeld war so zerschlagen, dass es umgeackert werden musste. Der Blätter des Rhabarbers seien durchlöchert und die Stangen übersät mit Einschlägen gewesen. Auch Himbeeren, Johannisbeeren und das Gemüse hätten schwere Schäden abbekommen. „Das ist das Risiko, wenn man mit der Natur arbeitet“, sagt sie.

Der Schock

Die ersten zwei Tage hätten sie und ihre Familie in Schockstarre verharrt. „Wir mussten uns erst mal neu sortieren. Klären, was dringend erledigt werden muss und prüfen, was noch zu retten ist“, erklärt Isabel Döring Sie sei dankbar, dass das Feld nicht unter Schlamm stehe und das Haus unbeschädigt sei. „Die Pflanzen werden wieder wachsen“, sagt sie

• Im Juni und Juli kann man Montag, Dienstag, Freitag und Samstag von 9 bis 19 Uhr die roten Früchte ernten. Infos gibt es unter: http://www.besser-bio-bauernhof.de (nz)

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