Neue Wasserkraftanlage liefert Strom für 200 Haushalte

Sie liefert jede Menge Strom: Die neue Wasserkraftanlage an der Neuen Mühle in Gombeth. Es freuen sich über den Betriebsstart (von links) Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm, Gerd Möller, Christoph Ernst (Stadtsparkasse Borken), Wilfried Völker (Bauamtsleiter Stadt Borken), kniend Andreas Zoller. Fotos: Zirzow

Borken. An der Stelle, wo die im Jahre 1578 erstmals erwähnte Neue Mühle Gombeth stand, wird jetzt auf umweltfreundliche Art Strom erzeugt dank einer modernen Wasserkraftanlage, die jetzt eingeweiht wurde.

Gerd Möller, Unternehmer aus Kleinenglis, Bauingenieur Andreas Zoller und der Turbinenbauer Heiko Wirth sind die Bauherren, Betreiber und Inhaber der WKA (Wasserkraftanlage) Borken GmbH & Co. KG. Gerd Möller hatte bereits 2009 die Idee, alternative Energiegewinnung weiter auszubauen, da Wasserkraft schon immer ein Thema in der Geschichte von Borken war. Früher gab es acht Mühlen in Borken, wovon in Kerstenhausen noch zwei in Betrieb sind.

Die Pläne für die Wasserkraftanlage Neue Mühle wurden erstmals im Sommer 2012 beim Regierungspräsidenten in Kassel vorgestellt und drei Jahre später genehmigt. Gemeinsam mit der Stadt Borken und der Kreisverwaltung setzten die Betreiber ihre Pläne in die Tat um. So wurde jetzt ihre WKA Realität.

Die Anlage liefert mit 600.000 Kilowatt Jahresleistung Energie für 200 Zwei-Personenhaushalte. Parallel zum Bau der WKA, für die 900.000 Euro investiert wurden, übernahmen die Betreiber auch die Kosten in Höhe von 150.000 Euro für eine neue Schwalm-Brücke.

Mit der Stadt Borken schlossen die Investoren einen Pachtvertrag für das Gelände über 30 Jahre Laufzeit.

Das Herzstück der WKA, eine moderne Kaplanturbine, die noch bei nur zehn Prozent der Höchstmenge Wasser einen guten Wirkungsgrad erzielt, wurde in sechs Meter Tiefe eingebaut. Der Wasserzulauf wird durch eine Horizontalrechenanlage mit einem Feinrechen, der zum Schutz der Fische einen Stababstand von nur fünfzehn Millimetern hat, gefiltert und schützt die Turbine auch vor Steinen und Schwemmgut.

Die Anlage läuft ohne Betriebspersonal eigenständig. Nach mehr als 100 Jahren wird die Wehranlage durch den Bau einer Fischtreppe auch für die Fische in der Schwalm wieder durchgängig.

Von Rainer Zirzow

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