Ev. Freizeitheim in Niedenstein wird Gemeinschaftsunterkunft für bis zu 75 Flüchtlinge

Großes Interesse an dem Informationsabend: Der Saal war am Donnerstag voll besetzt. Foto: Zecher-Christ

Niedenstein. Die Veränderungen beim Freizeitheim der Evangelischen Jugend in Niedenstein, das ab 1. April von Landeskirche und Landkreis als Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge genutzt wird, treffen auf großes Interesse: Beim Informationsabend am Donnerstag war der Saal gut gefüllt.

Katrin Wienold-Hocke, Pröpstin im Sprengel Kassel, freute sich über den Andrang: „Gut, dass Sie sich aus erster Hand informieren wollen.“ Niedensteins Bürgermeister Frank Grunewald betonte, dass das zusätzliche Angebot der Landeskirche zum richtigen Zeitpunkt und am richtigen Platz komme.

Zur Begründung der Umnutzung sagte Wienold-Hocke: „Das Freizeitheim war nur noch 35 Prozent ausgelastet.“ Daher sollte es geschlossen werden. Nun könnten Flüchtlinge gut untergebracht werden, während ihr Asylverfahren laufe.

Kirchenverwaltungsdirektor Armin Fuhrmann informierte über die Folgen: Sechs Mitarbeiter haben ihre Kündigung erhalten, zwei wurden weiterbeschäftigt, die beiden anderen konnten in Rente gehen. Zusätzlich zu Einrichtungsleiter, Hausmeister und Putzhilfe gebe es eine Geschäftsleiterin und einen Sozialberater.

„Das Haus gehört immer noch der Kirche, der Kreis hat es nur angemietet“, erklärte Heidrun Hartwig von der Betreuungsstelle für Zuwanderer auf Anfrage. Die Kapelle bleibe neutraler Raum.

Aus dem Publikum kam die Frage nach den Umbaukosten. „Das übernimmt die Landeskirche. 80 000 Euro werden für den Brandschutz investiert“, sagte die Pröpstin. Hinzu kämen 10 000 Euro für Einzelkochplätze, Wasch- und Spülmaschinen.

Bedenken gab es, dass nur junge Männer nach Niedenstein kommen könnten. „Wir können uns nicht aussuchen welche Flüchtlinge zu uns kommen“, sagte Hartwig. Man habe immer noch sehr viele allein reisende junge Männer. Die meisten seien aber zurückhaltend. Ein Asylbewerber sagte, mit dem Essen gebe es keine Probleme, man hole die Sachen in Kassel und koche dann selber.

Ob es genug Dolmetscher gebe, wollte ein Besucher wissen: „Wir haben in der Behörde jetzt auch einen Dolmetscher im arabischen Bereich“, sagte Hartwig. Ein Mann wollte wissen, was bei Auseinandersetzungen geschehe. Hartwig: „Dafür ist die Hausleitung oder in schlimmen Fällen die Polizei da.“

Silvia Piechniczek, Leiterin des Freizeitheims, sagte: „Wir haben hier Doppelzimmer, in denen wir 75 Personen gut unterbringen können.“ Clelia Gerhard-Wiesemann von der Diakonie ergänzte: „Diese Unterkunft ist ein Novum für uns alle.“ Pfarrer Johannes Böttner und Julia Grunewald-Discher berichteten über gemeinsame Aktivitäten des Arbeitskreises „Füreinander - Miteinander“, der sich um die Integration der Flüchtlinge kümmert.

Von Nadja Zecher-Christ

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