Niedensteiner Parlament: FWG ist überrascht vom Erfolg

Neue Mehrheiten im Stadtparlament: Bürgermeister Frank Grunewald im Niedensteiner Rathaus wird damit zu tun haben. Foto: ula

Niedenstein. Es war 17.30 Uhr am Montag, als das vorläufige Endergebnis feststand: Ähnlich wie in Borken holte die Freie Wählergemeinschaft (FWG) die meisten Stimmen und wird in dem neuen Parlament die größte Fraktion stellen.

Die Freien Wähler gewinnen über 20 Prozentpunkte hinzu und liegen jetzt bei glatt 40 Prozent. Die SPD verliert fast 11 Prozentpunkte und erreicht 30,9 Prozent.

Im allgemeinen kreisweiten Trend liegen die Ergebnisse von CDU mit 18,5 Prozent (minus 2,4 Prozentpunkte) und der Grünen mit 10,6 Prozent (minus 7,2 Prozentpunkte).

Der bisherige SPD-Fraktionsvorsitzende Harald Kranz sagte im Gespräch mit der HNA: „Eines ist klar: Die neuen Bürgermeister in Borken und Niedenstein haben gezogen.“ Zudem gebe es ganz klar eine gewisse Wechselstimmung gegen die etablierten Parteien. Kranz, der seine kommunalpolitische Tätigkeit beenden wird, bedauert, dass die sachbezogene Politik der SPD nicht belohnt worden sei. Der Erfolg der FWG sei auch darauf zurückzuführen, dass sie viel mit Gefühlen der Menschen gespielt habe.

Er sei schon ein wenig überrascht über das deutliche Ergebnis für seine Freien Wähler, sagte Niedensteins FWG-Fraktionsvorsitzender Manfred Dittmar gestern. Man habe sich zwar eine klare Verbesserung gegenüber 2011 erhofft, damals habe man verloren wegen des Fukushima-Effektes. Aber ein Erfolg in dieser Höhe sei nicht erwartet worden.

Als einen Grund für das sehr gute Abschneiden bezeichnete er, dass die FWG eine gute Mannschaft stelle. Außerdem habe man von Anfang an den neuen Bürgermeister Frank Grunewald unterstützt. „Das werden wir auch fortsetzen und für seinen Politikstil werben“, sagte Dittmar. Die eindeutige Mehrheit für Grunewald bei der Wahl im vergangenen Jahr zeige zudem den Bürgerwille.

++ Schwalm-Eder-Kreis ++

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Dass die etablierten Parteien wie SPD und CDU sowie Grüne verloren hätten, sei sicher der Verdrossenheit gegenüber der Bundespolitik geschuldet, weniger der Kritik an der Leistung der Parteien vor Ort. „Die Menschen haben sich eher für diejenigen Wählergruppen entschieden, die sich vor allem lokal engagieren“, betonte Dittmar. Das sei eben die FWG: „Wir wollen die Dinge hier regeln.“

In den Niedensteiner Stadtteilen holte die FWG ebenfalls deutliche Mehrheiten in den Ortsbeiräten, lediglich in Kirchberg blieb die SPD stärkste Kraft. „Wir hatten für gemeinsame Bürgerlisten geworben“, sagte Dittmar, weil es zu wenige Kandidaten gab für die Ortsbeiratswahlen. Doch da hätten sich die großen Fraktionen geziert.

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