Partnerschaftsverein Homberg-Stolin: 500 Kisten voll gepackt mit Hilfe

Sortieren und verpacken: (von links) Hannelore Jacob, Ulrike Janßen, Waldemar Fahrenstiel, Gudrun Fiege und Pauline Ruppel verpacken die Spenden für den Transport nach Stolin in Kisten. Sie haben viel zu tun, denn insgesamt müssen bis zu 500 Kisten gepackt werden. Foto: Yüce

Homberg. Kisten voll mit Jacken, Hemden, Schuhen und mehr stapeln sich auf den Fluren und in den Räumen des Partnerschaftsvereins Homberg-Stolin. Die Spenden für den nächsten Hilfstransport werden in diesen Tagen von den Vereinsmitgliedern sortiert und für die Fahrt in die weißrussische Stadt verpackt.

Insgesamt werden es bis zu 500 Kisten sein, die vor der Abfahrt am 20. Mai, in den Lastwagen geladen werden.

Doch das ist längst nicht alles, was das Team um den Vorsitzenden Joachim Jerosch mitnimmt. Mehrer Paletten mit Babynahrung, Inkontinenzprodukte, Rollstühle, Verbandsmaterial, OP-Kittel und Fahrräder werden sie in Stolin verteilen. Denn nicht nur, dass viele Ältere und Familien arm sind, viele Menschen leiden unter den Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl (Ukraine).

Gut im Zeitplan

Doch bis der Laster voll gepackt ist, muss viel organisiert werden. Derzeit habe man 60 Prozent der Arbeit abgeschlossen, sagt Jerosch. Man liege gut im Zeitplan. Doch nicht nur die Ladung beschäftigt den Vorsitzenden. Jerosch kümmert sich auch um die Visa der kleinen Gruppe, die mit nach Stolin fährt. Er sorgt für Durchfahrtsgenehmigungen, eine Ladeliste und lässt den Laster vom TÜV checken und verblomben. Die Großspender wie Hipp und den Medizin- und Pflegeprodukte-Hersteller Hartmann werden angesteuert. Über 30 Stunden dauert die Fahrt in die von Homberg 1500 Kilometer entfernte Stadt.

„Wir fahren diesmal mit unserem Laster, dem Wohnmobil und einem Auto“, sagt Jerosch. Sollte man unterwegs mal eine Panne haben, dann könne man sich gut selbst helfen, betont er. Denn einige Ersatzteile sowie die doppelte Anzahl an Ersatzrädern habe man zudem an Bord. Doch bislang sei man noch nie liegengeblieben.

Es ist der 30. Spendentransport nach Stoling. Und Jerosch weiß nur zu gut, dass es ein immer größeres Ringen um Spenden ist. „Es ist nicht mehr so wie in den Anfangsjahren.“ Dabei sei das nach wie vor nötig, denn die Menschen seien von den Folgen der Reaktorkatastrophe über Generationen betroffen. Schon drei bis vier Jahre nach dem Unfall steigen die Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Kindern besonders in Weißrussland an. Auch andere Krebserkrankungen nehmen dort zu, ebenso verschlechtert sich der allgemeine Gesundheitszustand. Das Erbgut der Strahlenopfer wird teilweise geschädigt. „Viele sterben jung“, sagt Jerosch.

Die Aufmerksamkeit sei nicht mehr so groß. Es gebe neue Katastrophenmeldungen und 30 Jahre seit der Tschernobyl-Katastrophe sei eine lange Zeit, so Jerosch. Dabei seien die Menschen in Stolin hart vom Super-Gau betroffen, das zeige der Blick auf eine trahlenkarte. „Es ist eine Katastrophe, die nie endet.“ www.homberg-stolin.de

Von Maja Yüce

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