Prüfung der Qualität: Für Betriebe geht es um die Wurst

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Begeistert von den Produkten: (von links) Die Prüfer und Fleischer Norbert Kromm, Gerhard Buss, Alfred Hack (dahinter), Rudolf Münch, Erwin Taube und Günter Mühlhausen. Ganz vorne Stefan Völker, der stellvertretende Obermeister der Fleischerinnung Schwalm-Eder aus Willingshausen-Zella.

Schwalm-Eder.Bei der Freiwilligen Selbstkontrolle des Fleischerverbandes Hessen testeten jetzt Fachleute und Verbraucher in Homberg 78 Wurstproben auf ihre Qualität hin.

Die Tester des guten Geschmacks brauchten vor allem zwei Dinge: einen guten Geschmackssinn und guten Hunger. Sie mussten in viele Wurstsorten und -scheiben beißen.

22 Betriebe aus dem Schwalm-Eder-Kreis - das sind 70 Prozent aller Fleischerbetriebe im Landkreis - hatten ihre Waren eingereicht. Sie wollten erfahren, wie Experten und Laien ihre Produkte in Hinsicht auf Aussehen, Beschaffenheit und natürlich ihren Geschmack hin bewerten.

Chance zur Verbesserung

Für Stefan Völker stellt die Freiwillige Selbstkontrolle, die in den Räumen der Kreishandwerkerschaft in Homberg stattfand, vor allem eines dar: Eine richtig gute Chance für die Metzger, ihre Arbeit und damit ihre Wurst immer weiter zu verbessern. „Meine Kollegen und ich geben alle ohnehin jeden Tag unser Bestes“, sagte der stellvertretende Obermeister der Fleischerinnung Schwalm-Eder aus Willingshausen-Zella. „Deshalb ist eine solche Prüfung kein Stresstest, sondern eine gute Gelegenheit, um wertvolle Tipps von Kollegen zu bekommen.“

Diese Tipps beziehen sich beispielsweise auf den Geschmack, der so rund wie möglich sein soll: „Nicht jeder Kunde mag es, wenn Gewürze wie Kümmel oder Majoran deutlich hervorstechen“, sagt Völker.

Deshalb sei es gut, auch mal eine offene Meinung von Experten zu hören. Und das als Ansporn nehmen, die Produkte stets weiter zu verbessern. „Nur so können die Fleischer immer weiter neue Produkte entwickeln“, sagt Wolfgang Scholz von der Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder.

Alle bestanden Test

Kein einziger der 22 Betriebe, die jetzt am Test teilnahmen, hatte sich aber wirklich Sorgen um die Qualität machen müssen. Alle 78 Wurstproben bestanden die Tests. Jetzt steht noch die dritte Disziplin aus: Das unabhängige Labor in Bad Nauheim untersucht nun alle eingereichten Proben mikrobiologisch. Das soll den Beweis bringen, dass alle Erzeugnisse aus einwandfreien Rohstoffen unter besten hygienischen Bedingungen hergestellt werden.

Die Fachbetriebe machen ihren Erfolg dann auch für die Kunden sichtbar, indem sie die Urkunden mit dem Siegel „Qualität aus Hessen“ im Laden aufhängen. Damit wird guter Geschmack auch ganz deutlich sichtbar.

Hintergrund: Jeder isst 30 Kilo Wurst im Jahr

Die Deutschen sind große Wurstesser: Rein statistisch gesehen isst jeder Deutsche 30 Kilogramm Wurst pro Kopf und Jahr. 1500 verschiedene Sorten gibt es in der Bundesrepublik, so viele wie in keinem anderen Land der Welt. Diese Angebotsbreite wird auch in den Fachgeschäften deutlich, dort können die Kunden meist aus über 100 verschiedenen Sorten wählen.

Die Produkte aus dem Fleischerhandwerk unterliegen strengen Prüfungen - wie der der Freiwilligen Selbstkontrolle. Quelle: Fleischerverband Hessen

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