Für alle zugänglich

Schnelle Hilfe auch auf dem Dorf: Defibrillator in Römersberg

Sehr anschaulich: Dirk Janetzko (Dritter von links) demonstrierte die Funktionsweise des Defibrillators. Der Schützenvereinsvorsitzende Frank Käufler, Willi Deis und Marion Heintzemann gehörten zu den Ersten, die sich einweisen ließen. Foto: Hebeler

Römersberg. Als eines von noch wenigen Dörfern im Schwalm-Eder-Kreis hat nun auch der Neuentaler Ortsteil Römersberg einen frei zugänglichen Defibrillator für Erste Hilfe bei medizinischen Notfällen.

Diese Geräte können bei einem plötzlichen Herzstillstand das Herz wieder zum Schlagen bringen und können daher lebensrettend sein. Der Defibrillator wird am Brunnenplatz im Dorf installiert und kann von dort von vielen Familien eingesehen werden. Zudem ist er mit einer Alarmanlage gesichert.

Kurs des DRK

Um den Römersbergern die Angst vor dem Einsatz und der Nutzung zu nehmen, erklärte Dirk Janetzko vom Deutschen Roten Kreuz in einem Kurs die Funktionsweise. „Sie können nichts falsch machen, es sei denn Sie unterlassen jedeHilfe“, sagte er.

Der Defibrillator, der in einer Umhängetasche steckt, gibt selbstständig jede Anweisung, die im Notfall nötig sind. Wenn das Herz tatsächlich noch schlägt, so versicherte der Fachmann, werde kein Stromstoß abgegeben, das Gerät messe auch diesen Fall selbständig.

Jede Minute des Herzstillstandes zerstöre ein Zehntel des Gehirns. Schnelle Hilfe sei also wichtig - gerade in einem Dorf, das etwas abseits jeder Zentrale liege. Dort dauere es seine Zeit, bis ein Rettungswagen im Notfall eintrifft. Vielen konnte Janetzko die Angst vor dem Gerät nehmen.

Damit aber trotzdem für die Zukunft die Herzdruckmassage und die Handhabung des Gerätes geläufig bleibt, haben sich gleich acht Römersberger gefunden, die sich einmal jährlich ausbilden lassen wollen.

Die Anschaffung des 3000 Euro teuren Defibrillators geht auf die Idee des Schützenvereinsvorsitzenden Frank Käufler zurück. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens sollte nicht nur das Vereinsheim glänzen, sondern das Dorf sollte nachhaltig von dem in 2015 anstehenden Fest profitieren. Möglich war die Anschaffung durch die Unterstützung von Eon und der Raiffeisenbank, die neben dem Verein je ein Drittel der Kosten übernahmen.

Dirk Janetzko sprach von dem Vorbild, das dieses Projekt für andere Dörfer und Gemeinden sein könnte.

Von Helga Hebeler

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