Hessenweite zahnärztliche Untersuchung

Schwalm-Eder-Kinder können Zahnpflege: Milchzähne sind gesund wie nie

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Sie wissen, wie man Zähne putzt: von links Mailin (4), Matteo (6), Nala (4), Bendix (6), Liana (3) und Jan (4) aus der Käfer- und Mäusegruppe des Kindergartens Wabern.

Schwalm-Eder. Die Milchzähne der Kinder im Schwalm-Eder-Kreis sind so gesund wie nie. Das ergab eine hessenweite zahnärztliche Untersuchung Drei- bis Fünfjähriger des Arbeitskreises Jugendzahnpflege (AKJ).

Demnach sind mittlerweile 87 Prozent der Dreijährigen kariesfrei. 2003 waren es lediglich 80 Prozent.

Für ihre Arbeit im Bereich Zahngesundheit wurden nun elf Kindergärten im Kreis mit dem „Rundum mundgesund“-Siegel des AKJ ausgezeichnet. Das bedeutet Platz zwei im hessenweiten Vergleich der 21 Arbeitskreise, wie Thomas Berninger, Geschäftsführer des Schwalm-Eder-Arbeitskreises, erklärt.

Das Engagement der Kindergärten beinhaltet unter anderem regelmäßiges zuckerfreies Frühstücken sowie das gemeinsame Zähneputzen nach zahnärztlich geprüften Methoden.

Trotzdem bleibe Karies bei Kindern ein Problem, sagt Dr. Andrea Thumeyer. Verantwortlich dafür, so die Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege in Hessen (LAGH), seien die Eltern. Thumeyer bemängelt das fehlende Bewusstsein vieler Eltern für das Thema Zahnpflege bei Kindern. Bis Kinder gelernt hätten flüssig von Hand zu schreiben, also bis ins Grundschulalter, seien sie auf motorische Unterstützung der Eltern beim Zähneputzen angewiesen.

Dass diese Hilfe zu selten geleistet werde, verdeutliche die Statistik. Noch immer sind demnach elf Prozent der Milchgebisse Dreijähriger behandlungsbedürftig, haben also ungefüllte Löcher. Bei den Fünfjährigen ist dies sogar bei über einem Fünftel der Fall.

Im Gegensatz zum bleibenden Zahn seien Milchzähne deutlich empfindlicher. Der Schmelz ist dünner und weicher, was den Zahn anfälliger mache. „Gerade deswegen“, sagt Thumeyer, „brauchen wir die Eltern für die Gesundheit der Milchzähne.“

Dr. Rüdiger Oesterheld: Tipps für saubere Zähne

Zähne putzen kann doch jeder. Wirklich? Der Gudensberger Zahnarzt Dr. Rüdiger Oesterheld stellt das Zahnputz-ABC vor und erklärt, worauf Eltern bei ihren Kindern besonders achten sollten. Oesterheld, der auch Vorsitzender des Arbeitskreises Jugendzahnpflege im Schwalm-Eder-Kreis ist, weiß, wie wichtig regelmäßige und sorgfältige Zahnpflege ist, gerade bei Kindern.

Wie putzt man sich die Zähne eigentlich richtig?

Erst mal den Mund ausspülen, um Speisereste zu entfernen. Dann kommt die Zahnpasta auf die Zahnbürste. Für Kinder sollte es eine Paste mit wenig Fluorid sein. Geputzt wird am besten in kleinen kreisenden Bewegungen. Und zwar von allen Seiten nach der „KAI-Regel“. Das heißt: Erst die Kauflächen (K), dann die Außenseiten (A) und zuletzt die Innenseiten (I). Eine elektrische Zahnbürste putzt besonders gründlich. Insgesamt sollten die Zähne drei Minuten geputzt werden.

Warum ist Zucker für Kinderzähne schädlich?

Zucker in zu hohem Maße verursacht kontinuierliche Säureattacken, die den Zahnschmelz angreifen. Ein permanenter Säureschock macht den Weg für Karies frei. Es darf aber natürlich trotzdem Zucker konsumiert werden. Eben in Maßen und zu den richtigen Zeiten. Zwischen 15 und 18 Uhr sind Süßigkeiten okay. Danach wird in der Regel noch zu Abend gegessen und anschließend Zähne geputzt. Isst ein Kind bereits morgens Süßigkeiten, werden die Zähne über einen zu langen Zeitraum der schädlichen Säure ausgesetzt.

Auf was sollten Eltern bei der Zahnpflege ihrer Kinder besonders achten?

Zu aller erst sollte Zahnpflege Freude bereiten. Hierfür ist es wichtig, dass Eltern das Zähneputzen zum Ritual machen und mit positiven Dingen verknüpfen. Natürlich sollten auch die Eltern selbst Vorbild in Sachen Zahnpflege sein.

Welche weiteren positiven Auswirkungen kann frühzeitige Zahnpflege bei Kindern haben?

Die Kinder entwickeln so schon sehr früh ein Bewusstsein für den eigenen Körper. Dadurch lernen sie auch, Eigeninitiative zu übernehmen, wenn es darum geht, ihren Körper zu schützen. Das kann sich auch im Teenager-Alter positiv bemerkbar machen. Dann zum Beispiel, wenn die Jugendlichen zum ersten Mal mit Alkohol und Drogen in Kontakt kommen. Durch frühzeitige Zahnpflege im Kindesalter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Jugendlichen später auch bei Drogen sagen: „Das schadet mir und meinem Körper. Das mache ich nicht.“

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