Und: Morschens Bürgermeister Wohlgemuth verliert sein Amt

AfD sorgt für den Paukenschlag im Schwalm-Eder-Kreis

Schwalm-Eder. Die etablierten Parteien bekommen es im Kreistag mit einer starken AfD zu tun. Darauf lässt zumindest das Trendergebnis für die Kommunalwahl schließen, das sich am Sonntagabend nach Auszählung der Listen-Stimmen abzeichnete.

Danach holte die Alternative für Deutschland aus dem Stand ein zweistelliges Ergebnis.

Verluste müssen vor allem SPD, CDU und Grüne hinnehmen. Während die SPD zumindestens stärkste Kraft im Kreistag bleiben wird, war es ein ganz bitterer Abend für die Grünen, die nach den Trend-Ergebnissen mehr als sieben Prozent der Stimmen verlieren werden.

Welche Mehrheiten sich aus diesem Resultat ergeben, lässt sich noch nicht absehen. Bisher bildeten SPD und FWG eine Koalition. Die Freien Wähler können zwar mit ihrem Abschneiden zufrieden sein (sie gewannen über vier Prozent hinzu), bangen aber um ihren Einfluss als Koalitionspartner.

Ob auch die Piraten als Neueinsteiger dem künftigen Kreistag angehören werden, war am Sonntagabend noch ungewiss.

Im Schwalm-Eder-Kreis richtete sich der Blick am Wahltag auch auf die vier Bürgermeisterwahlen im Landkreis. Und auch hier gab es eine Sensation: In Morschen, wo sich drei Kandidaten Hoffnungen auf das Amt des Verwaltungschefs gemacht hatten, schaffte es Amtsinhaber Herbert Wohlgemuth nicht in die Stichwahl. Am 20. März treten nun Sabine Knobel (SPD) und Ingo Böhm (unabhängig) gegeneinander an.

Viel entspannter verlief die Wahl in Frielendorf, wo sich Thorsten Vaupel (SPD) als einziger Kandidat um die Nachfolge von Bürgermeister Birger Fey beworben hatte. In Malsfeld und Oberaula, wo jeweils nur die Amtsinhaber an den Start gegangen war, wurden Herbert Vaupel (SPD) und Klaus Wagner (CDU) als Verwaltungschefs bestätigt.

Hintergrund

Wahlbeteiligung knapp 55 Prozent

„Ich bin ziemlich geknickt“, fasste Landrat Winfried Becker seine Gefühlslage am Wahlabend zusammen. Geschockt sei er vom Abschneiden der Alternative für Deutschland (AfD), aber auch von der niedrigen Wahlbeteiligung, die nach den Trendergebnissen wieder nur bei knapp 55 Prozent lag. Vor fünf Jahren waren es 55,9 Prozent gewesen.

Und zum Abschneiden der AfD meinte Becker: „Wir müssen uns offensiv mit der AfD auseinandersetzen und deutlich machen, dass uns dieses Schwarz-Weiß-Denken nicht weiter bringt.“

Offenbar habe die Flüchtlingskrise alle anderen kommunalpolitischen Themen überlagert, beklagt der Landrat.

Alle Informationen zu den Wahlen im Schwalm-Eder-Kreis

Kreistag | Stadtverordnetenversammlungen und Gemeindevertretungen | Ortsbeiräte | Bürgermeisterwahlen in Frielendorf, Oberaula, Morschen, Malsfeld

Rubriklistenbild: © dpa

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