Ehrung verweigert: Ernst wird nicht Stadtältester

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    • 22.03.13
    • Fritzlar-Homberg
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Protest der Fritzlarer Stadtverordneten

Ehrung verweigert: Ernst wird nicht Stadtältester

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Fritzlar. Karl-Heinz Ernst war entgegen seiner Ankündigung doch nicht als Zuhörer zur Stadtverordnetensitzung gekommen. Doch auch ohne ihn war der Andrang groß: 50 Zuschauer waren da, um der Debatte um Ernst und um den Marktplatz zuzuhören.

So erlebte der ehemalige SPD-Stadtverordnete und Landtagsabgeordnete nicht mit, wie über seine Person verhandelt wurde. Das Ergebnis: Ernst wird mehrheitlich die Ehrung zum Stadtältesten verweigert.

Hintergrund ist die Spitzelaffäre vor zwei Jahren. Kurz vor der Kommunalwahl war ans Licht gekommen, dass Ernst seinen Nachbarn, den Kreisveterinär Hans-Gerhard Heil (CDU) beobachtet hatte, um ihm nachzuweisen, dass er während seiner Dienstzeit tatsächlich zuhause gewesen sei. Das brachte ihm den Vorwurf der Spitzelei ein, von „Blockwart-Mentalität“ war die Rede.

aktualisiert um 18 Uhr

Ein disziplinarischer Verweis gegen Heil musste zurückgezogen werden, die Anklage gegen Ernst wegen falscher Verdächtigung und übler Nachrede wurde nicht zugelassen.

Martin Hannappel (SPD) zählte in der Stadtverordnetenversammlung Ernsts Verdienste für die Stadt Fritzlar auf. Viele heutige Parlamentarier seien noch nicht auf der Welt gewesen, als Ernst sich schon für Fritzlar eingesetzt habe.

Christian Seyffarth (CDU) erklärte, wer Ernst ehren woll, trete „das Grundgesetz mit Füßen“. Der SPD-Politiker habe seinen Nachbarn über Monate hinweg denunziert: „Ein solches Verhalten gilt als unwürdig.“ Paul-Jürgen Kaiser (Grüne) gab zu bedenken, dass der Vorgang für Ernst, aber auch für Heil verletzend sei. Der Ältestenrat habe Ernst eine Entschuldigung empfohlen, dann wäre die Ehrung möglich gewesen. Doch Ernst habe abgelehnt: „Er geht damit auf Konfrontationskurs.“

So stimmte nur die SPD für eine Ehrung Ernsts, es gab eine Enthaltung. Beschlossen wurden Ehrungen für Arnold Kolkhorst, Wolfgang Althoff, Anna-Katherina Gerhard, Jakob Hain, Friedgard Trosse und Wilfried Werner. Die Sozialdemokraten stimmten nicht mit ab und gaben dann bekannt, dass ihre ehemaligen Kommunalpolitiker Kolkhorst, Hain und Werner die Ehrung ablehnen würden. (ode)

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