U-Bahn-Station nur 300 Meter entfernt

Bad Zwestener Europaabgeordneter erlebte Terroranschläge in Brüssel

Martin Häusling. Foto: privat

Schwalm-Eder. Von seinem Büro im Europaviertel in Brüssel aus verfolgt Martin Häusling am Dienstag die Ereignisse nach den Terroranschlägen. 

Seit 2009 ist der Bad Zwestener Europaabgeordneter der Grünen, und die Stadt, in der jetzt der Ausnahmezustand herrscht, ist ihm wohlbekannt. Nur 300 Meter entfernt befindet sich die U-Bahnstation, in der offenbar eine der Bomben detonierte.

Ticker zu den Anschlägen in Brüssel

Die erste Sorge habe den Mitarbeitern gegolten, die noch nicht am Arbeitsplatz eingetroffen waren, als die Informationen über die Terroranschläge die Runde machten. Kein Wunder, die drei Angestellten des Abgeordnetenbüros mussten sich zu Fuß auf den Weg machen. Alle kamen schließlich wohlbehalten im Büro an.

Die Straßen in der Brüssler Innenstadt seien gesperrt, der öffentliche Nahverkehr liege darnieder, berichtet Martin Häusling. „Über der Stadt kreisen Hubschrauber, Militär zieht auf. Brüssel ist total gelähmt“, beschreibt er gegenüber der HNA die Lage. Die Terroristen haben sich seiner Ansicht nach für ihre perfide Attacke ganz bewusst die Innenstadt von Brüssel als Ziel ausgewählt. „Sie wollten das Herz Europas treffen“, sagt der Grünen-Politiker.

Telefonnummer der Krisen-Hotline des Auswärtigen Amtes:
030/50003000

Es sei ein mulmiges Gefühl, sich jetzt in unmittelbarer Nähe solcher Anschlagsziele zu befinden. Meist spielten sich solche Ereignisse ja weit weg ab. Gelähmt ist auch der politische Alltag am Hauptsitz der Europäischen Union. Für den Nachmittag sei eine wichtige Sitzung terminiert gewesen; sie sei abgesagt worden, berichtet Häusling.

Wie es weitergeht, kann er nicht abschätzen. Erst einmal gelte der Ausnahmezustand, „aber es ist natürlich gut, dass vorsorglich alle Maßnahmen ergriffen werden.“

Die Osterfeiertage wollte Martin Häusling zu Haus bei der Familie verbringen, zumal er am Samstag 55 Jahre alt wird. Doch ob und wie eine Heimreise möglich ist, weiß er noch nicht.

Martin Häuslings Familie im Bad Zwestener Ortsteil Oberurff hatte von den Ereignissen in Brüssel übrigens noch eher erfahren als der Abgeordnete selbst. Sein Sohn habe sich per Whats-App nach seinem Wohlbefinden erkundigt, da kamen bei ihm die ersten Informationen an.

In der zweiten Legislaturperiode gehört der Landwirtschaftsexperte für die Grünen dem Europaparlament an. Zuvor saß er von 2003 bis 2009 im hessischen Landtag. Den Kellerwaldhof betreiben inzwischen seine Frau und sein Sohn.

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