Kleinem Tier das Leben gerettet

Tierquälerei: Katze in Güllesilo entsorgt

Wieder gesund und munter: Kater Troubadix, hier im Bild mit Sonja Hentschel-Dörr und Peter Steinbach.

Homberg/Gombeth. Eigentlich würde der kleine Kater Troubadix nicht mehr leben. Eigentlich. Denn das Tier wurde offenbar in ein großes Güllesilo zwischen Gombeth und Kleinenglis geworfen. Dort wurden die Schreie der Katze von Spaziergängern gehört.

Sie alarmierten die Feuerwehr Gombeth, die den Kater aus der lebensbedrohlichen Situation rettete. „Es war mehr Schlamm als Fell an dem abgemagerten Tier“, sagt Wehrführer Tobias Hiebsch. Er ist überzeugt davon, dass der Kater nicht allein in den etwa sechs Meter hohen Behälter gelangen konnte. Die Feuerwehrleute versorgten den verdreckten Kater im Stützpunkt mit Futter und informierten dann den Tierschutzverein Homberg-Borken.

„Es war mehr Schlamm als Fell an dem abgemagerten Tier.“

„Troubadix sollte entsorgt werden“, sagt die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Sonja Hentschel-Dörr. „Das macht mich wütend und sprachlos.“ Der schwarz-weiße Kater sei in einem sehr schlechten und verstörten Zustand gewesen. Mittlerweile tolle er aber wieder vergnügt umher und sei verschmust. Noch immer sei aber eines seiner Augen trüb, und er muss medizinisch versorgt werden. „Das war pure Tierquälerei und die ist nicht nur verwerflich, sondern nach dem Tierschutzgesetz auch strafbar“, sagt Hentschel (siehe Hintergrund).

Er hat zugelegt

Mittlerweile hat Troubadix wieder an Gewicht zugelegt. Jeden Tag versorgt Peter Steinbach vom Tierschutzverein den kleinen, verschmusten Kater. Etwa fünf Monate sei Troubadix alt. Nun wird für den kleinen Kämpfer ein neues zu Hause gesucht – aber nicht nur für Troubadix. Allein 167 Katzen hat der Tierschutzverein im vergangenen Jahr aufgenommen. Insgesamt sogar 217 Tiere. Darunter Hunde, sogar zwei Papageien und Schildkröten.

Obelix musste ein Auge entfernt werden.

„Oft sind es tragische Tier-Schicksale“, sagt Hentschel-Dörr. So auch das von Obelix. Die getigerte Katze wurde am Singliser See von Spaziergängern gefunden. „Ihr Auge war so schwer verletzt, dass wir uns nach vergeblicher Behandlung dafür entscheiden mussten, es entfernen zu lassen“, sagt Hentschel-Dörr. Das bedeutet für Obelix, dass er künftig besser in einer Wohnung leben sollte. „Mit nur einem Auge kann er draußen nicht bestehen“, erklärt Hentschel-Dörr, während die kleine Katze um ihre Beine läuft und schnurrt.

Troubadix und Obelix warten nun nach all den Qualen in ihrer Pflegestelle darauf, dass sich jemand ihrer annimmt. Für eine andere Katze hat es bereits ein Happy End gegeben.

Neues Heim und Spende

Ein schwarz-weißer Kater, der bei Mörshausen gefunden wurde und nicht nur sehr zutraulich, sondern auch klug ist (wir berichteten), hat ein neues Heim gefunden. „Wir haben zwar die Halter des ungewöhnlichen Katers nicht ausfindig machen können, doch wir haben ein neues Zuhause für ihn gefunden“, sagt Hentschel-Dörr. Sie freut sich zugleich über die große Unterstützung, die es von HNA-Lesern gab, die von der Suchaktion für die Samtpfote gelesen hatten. „Wir bekamen sogar eine große Futterspende.“ Nun hoffen die Tierschützer darauf, dass es auch für die anderen Katzen bald eine gute Nachricht zu vermelden gibt.

Von Maja Yüce

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