Dreieinhalb Jahre Haft

Urteil in Fritzlar: Tresorknacker muss dreieinhalb Jahre in Haft

Fritzlar. Auch am dritten und letzten Verhandlungstag im Diebstahlprozess um große Mengen Gold und Bargeld wollte der 37-jährige Angeklagte seine Komplizen nicht preisgeben.

Aktualisiert um 17.40 Uhr

Die Indizien sprachen am Ende gegen ihn: Aufgrund eindeutiger DNA-Spuren an einer Taschenlampe und einem Brecheisen sowie eines als verlässlich erachteten Informanten ist ein 37-Jähriger aus Bosnien-Herzegowina des Wohnungseinbruchdiebstahls für schuldig befunden worden. Das Amtsgericht Fritzlar verurteilte ihn gestern zu drei Jahren und sechs Monaten Haft.

Seit dem 1. November hatte er sich in dem Prozess um gestohlenes Geld und Gold in einem Gesamtwert von 655 000 Euro verantworten müssen (wir berichteten). Im Februar 2012 war es aus einem Tresor im Keller eines zeitweise leerstehenden Wohnhauses im Kreisteil Fritzlar-Homberg gestohlen worden. Zunächst war ein Wert von beinahe einer Million Euro angenommen worden. Der Verurteilte hatte während des gesamten Prozesses geschwiegen.

Dies, so Richterin Corinna Eichler, sei aus zweierlei Hinsicht tragisch. Zum einen sinke dadurch die Chance, das Diebesgut zu finden. Zum anderen sind sich alle Beteiligten einig, dass es einen Tipp zu dem Bruch gegeben haben muss. Wer dieser Tippgeber war, bleibt auch nach Prozessende im Dunkeln. Hätte sich der 37-Jährige hier kooperativ gezeigt, hätte sich dies strafmindernd auswirken können.

Verteidiger Markus Sittig hatte zuvor auf Freispruch plädiert und in einem Fall mit „vielen mysteriösen Umständen“ unter anderem die Eindeutigkeit der Beweise angezweifelt.

Staatsanwältin Angela Kleine-Kraneburg sah die Vorwürfe hingegen als bestätigt an und führte neben dem Verlust des „zu Geld gewordenen Arbeitslebens“ des Geschädigten die hohe kriminelle Energie und Professionalität des Angeklagten als schwerwiegend an.

Und der 64-jährige Geschädigte? Er ist trotz der Verurteilung der große Verlierer. Geld und Gold sollten seine Altersvorsorge sein. Dass er etwas davon zurück bekommt, ist höchst unwahrscheinlich.

Rubriklistenbild: © dpa

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