Seminar soll helfen, Gefahren von Rechts zu erkennen - Schulen haben großes Interesse

Vorurteile haben keine Chance

Sie wollen eine Stütze im Kampf gegen Rechtsextremismus sein: von links Michael Rudolph, DGB-Regionvorsitzender, Max Fuhrmann von der DGB-Jugend aus Gießen sowie Stephan Bürger vom Projekt „Gewalt geht nicht“. Foto:  Brandau

Schwalm-Eder. Hunderte Teenager im Schwalm-Eder-Kreis räumen mit Vorurteilen auf: An zehn Schulen beschäftigen sich heute die Schüler in insgesamt 17 achten Klassen in einem Seminar mit der Frage, was einem friedlichen, toleranten Miteinander gut tut – und was ihm massiv schadet.

Stephan Bürger, Leiter des Projekts „Gewalt geht nicht“ des Schwalm-Eder-Kreises, Michael Rudolph, Regionvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Nordhessen sowie Max Fuhrmann von der DGB-Jugend haben die Aktion vorbereitet. Sie wenden sich mit dem Kurs an alle Schulen im Landkreis. Ziel: Jugendliche auf die Gefahren von rechtsradikalen Ideen und Gruppen aufmerksam zu machen. Sie sollen möglichst immun werden für solche Ideologie.

Das Seminar für die Achtklässler beschäftigt sich mit Klischees und Vorurteilen, mit Fremden- und Ausländerfeindlichkeit. Themen, aus denen schnell Diskriminierung entstehen kann.

„Wir müssen bewusst machen, dass Ausländerfeindlichkeit auch immer Rechtsextremismus begünstigt“, sagt Michael Rudolph. Solche Tendenzen wissen Rechtsextremisten auf clevere Weise zu nutzen.

Sie kommen über viele Wege, so wie über Kleidung, Musik, Sprache mit jungen Leuten in Kontakt. „Es ist eine ganze Maschinerie, mit der sie auf Jugendliche zugehen und sie für ihre Ideen gewinnen wollen“, sagt Stephan Bürger.

Das Seminar soll helfen, diese Gefahren zu erkennen. Er soll den Jugendlichen Mut machen, nicht weg zu sehen oder weg zu hören, wenn andere rassistisch denken, reden oder gar handeln. Es ist der Mut zur Zivilcourage, den das Seminar fördern und fordern soll, sagt Max Fuhrmann vom Netzwerk für Demokratie und Courage. Sein Team leitet die Seminare: „Wir wollen Jugendlichen Argumente an die Hand geben, wie sie auf rechtsradikale Gedanken reagieren können“, sagt Fuhrmann.

Das große Interesse am Seminar seitens der Schulen unterstreiche die Notwendigkeit der Arbeit. Die Initiatoren sind sich sicher: „Solche Veranstaltungen sind wichtig, wenn es um Einstellungen und Vorurteile junger Leute geht – und man sie für Gefahren von Rechts sensibilisieren will.“ (bra) Kontakt: Stephan Bürger, Tel. 05681/775 590

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