Landgericht lehnte Antrag erneut ab

Nach Feuer in Wabern: Angeklagter bleibt in Haft

Wabern/Kassel. Der nach dem Großfeuer im Haus Landgrafenstraße 4 in Wabern wegen schwerer Brandstiftung angeklagte 24 Jahre alte Mann bleibt in Untersuchungshaft.

Die fünfte Kammer des Landgerichts Kassel hat den Antrag des Anwalts, den Haftbefehl aufzuheben, abgelehnt. Es ist bereits die zweite Ablehnung während des Verfahrens.

Der 24-Jährige war am 17. September 2014 festgenommen worden. Der Haftbefehl wurde wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr erlassen.

Laut Anklagebehörde soll der 24-Jährige den Brand Anfang Juli 2014 mit mindestens acht Brandsätzen gelegt und von seinem Bruder (33) und deren Ehefrau (30) angestiftet worden sein. Sie sind auch wegen des Verdachts des Versicherungsmissbrauchs angeklagt (wir berichteten).

Nach Ansicht von Rechtsanwalt Thomas Hammer, der den Hauptangeklagten vertritt, bekommen Thesen der Staatsanwaltschaft „erste Risse”. Dazu gehöre, die in dem Haus lebende Familie des Angeklagten sei auf den Brand vorbereitet gewesen. Das sei nicht so. Die Staatsanwaltschaft habe nicht hinreichend geprüft, ob es auch andere Spuren gebe. Das sah das fünfköpfige Gericht völlig anders. Nach der bisherigen Beweisaufnahme bestehe dringender Tatverdacht. Gestern sagten zwei Brüder aus.

Feuerwehreinsatz in Wabern - Dachstuhl brannte

Sie hatten bei der Familie über 300 Euro Schulden und räumten ein, Alkoholprobleme zu haben. Der 33-Jährige habe wegen der Schulden gesagt, „ich schneide Dir die Kehle durch und hetze Dir Leute auf den Hals”. Ein 38-Jähriger Nachbar sagte gestern, das Feuer habe sich rasend schnell ausgebreitet. Ein anderer Zeuge hatte bei der Polizei angegeben, er habe im Streit mit dem Imbissbetreiber gesagt, er solle aufpassen, sonst werde es den Laden nicht mehr geben. Daran konnte er sich gestern nicht mehr erinnern. (m.s.)

Fortsetzung: Mittwoch und Freitag, 16. und 18. September, 9 Uhr.

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