Thilo Kootz (47) aus Wabern berichtet - Funktag am 23. April in den Messehallen

Sich weltweit über Funk mit Menschen unterhalten - was es mit dem Amateurfunk auf sich hat

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Weitreichende Kontakte: Aus dem Funkturm des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC) in Baunatal kann Thilo Kootz sich mit Menschen weltweit unterhalten.

Kassel/Baunatal. Weltweite Kommunikation, Völkerverständigung und ausgefeilte Technik sind die Dinge, die Thilo Kootz am Amateurfunk faszinieren. Seit seinem 18. Lebensjahr ist der heute 47-jährige gebürtige Kölner begeisterter Amateurfunker.

Dabei war es der Zufall, der ihn zum Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC) brachte. „Ein Freund meines Vaters wollte Funker werden, hatte aber Prüfungsangst“, berichtet er. Da Thilo Kootz schon als Jugendlicher gerne an elektronischen Gegenständen herumbastelte, begleiteten er und sein Vater den Mann als seelische Unterstützung.

Aus dem Freund wurde kein Funker – Vater und Sohn aber fanden Freude an dem neuen Hobby und legten kurze Zeit später ihre Prüfungen zum Amateurfunker ab. Während sich der Vater auf elektronische Bastelarbeiten konzentrierte, probierte Thilo Kootz sie lieber aus.

Natürlich durfte da die Funkantenne auf dem Dach des elterlichen Hauses in Köln, wo er zu diesem Zeitpunkt noch lebte, nicht fehlen.

Hauptamtlich beim DARC

Mit großem Eifer hat der junge Mann sein Hobby betrieben. Nach dem Abitur, studierte er Physik in Köln. Im Jahre 1997 zog es Kootz beruflich nach Nordhessen. Er begann als hauptamtlicher Angestellter beim DARC in Baunatal. Damit hatte er es geschafft, sein Hobby und seinen Beruf perfekt miteinander zu kombinieren.

Während er beim Funken sein Kommunikationsbedürfnis befriedigt, indem er sich mit Menschen weltweit unterhält, findet sein Beruf meistens am Schreibtisch statt. „Ich bin für die Verbandsbetreuung und die Beratung der Mitglieder zuständig“, erklärt er.

Außerdem vertritt er die Interessen des Amateurfunks gegenüber Politikern, Behörden und Institutionen – auch auf internationaler Ebene für den Weltverband.

Damit sind, neben Reisen innerhalb Europas, auch Aufenthalte in Singapur und Amerika verbunden. „Beim Funken ist immer der Reiz dabei, ob die Verbindung klappt“, erklärt Kootz, der schon Verbindungen in die ganze Welt hatte.

Während sich die Gesellschaft immer mehr entfremde, könne man beim Funken - anders als in einem anonymen Computerchat - einfach mit Leuten ins Gespräch kommen, sagt der 47-Jährige, der heute mit Ehefrau und zwei Söhnen - sechs und neun Jahre - in Wabern lebt. „Funken ist authentisch und persönlich“, findet er. Sein weitester Funkpartner war aus Neuseeland.

In Not- und Katastrophenfällen könne der Amateurfunk sogar Leben retten. „Wenn alle Kommunikationsmittel zusammenbrechen, funktioniert der Amateurfunk trotzdem“, erklärt Kootz. Wichtige Informationen können dann per Funk zur Hilfeleistung übertragen werden.

Funktag am 23. April in Messehallen

Technik, Amateurfunk, Gemeinschaft. Das sind die Schlagworte, unter denen in den Kasseler Messehallen an der Damaschkestraße eine neuartige Funk-Erlebnismesse stattfindet. Zum ersten Mal veranstaltet der Deutsche Amateur-Radio-Club mit Sitz in Baunatal einen „Funk.Tag Kassel“.

Von 9 bis 16 Uhr

Am Samstag, 23. April, verwandelt sich das Messegelände Kassel von 9 bis 16 Uhr in einen Hotspot für funkinfizierte Technikfans.

Der Funktag richtet sich an Funkamateure, „Maker“, Elektronikbegeisterte sowie an alle Interessierten. Spannende Exponate und Mitmachaktionen machen die Messe zu einem Ausflugsziel für die ganze Familie und für Schulklassen.

Neben den Ständen der kommerziellen Händler, die ihre Neuheiten präsentieren, wird es auch einen Elektronikflohmarkt geben.

Der Verein Deutscher Amateur-Radio-Club (DARC) sorgt als ideeller Träger der Messe für die Organisation des Rahmenprogramms.

Kinder und Jugendliche haben beispielsweise in der Experimentierwerkstatt in den Messehallen die Möglichkeit, selbst zum Lötkolben zu greifen und Technik hautnah zu erleben. Auch ein Vortragsprogramm rund um den Amateurfunk und Selbstbau wird es während des Funktags geben. Die Veranstalter erwarten 3500 Besucher. Der Eintritt kostet für einen Erwachsenen acht Euro, es gibt Ermäßigungen.

Hintergrund: Amateur-Radio-Club hat 36.800 Mitglieder

Der Deutsche Amateur-Radio-Club (DARC) ist der größte Zusammenschluss deutscher Funkamateure. Mehr als 36.800 Mitglieder haben sich in dem Verein zusammengeschlossen und werden durch eine eigene Geschäftsstelle an der Lindenallee 4 in Baunatal-Altenbauna bei der Ausübung ihres Hobbys unterstützt. Amateurfunk gilt als Hobby, das Technik und Kommunikation kombiniert und auch in Zeiten von Internet und Mobiltelefon nichts von seiner Faszination verloren hat. Der DARC vertritt die Interessen der deutschen Funkamateure auf nationaler und internationaler Ebene. Dabei geht es vor allem um den Schutz der Funkfrequenzen, die Grundlage sind für das Hobby der Funkamateure.

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