Geboren am 29. Februar: Von Geburt an etwas Besonders

Werden heute endlich ein Jahr älter: Nicole Gallwitz und Mike Altenbrand aus Hebel. Ihr ungewöhnliches Geburtsdatum, das nur alle vier Jahre in einem Schaltjahr tatsächlich vorkommt, halten sie für etwas Besonderes. Foto: Thiery

Hebel. Sie wohnen nicht nur in einem Dorf, sondern haben auch ein ungewöhnliches Geburtsdatum gemeinsam: Nicole Gallwitz und Mike Altenbrand werden heute, am 29. Februar, 16 und 44 Jahre alt.

Ganz genau genommen haben sie lediglich alle vier Jahre Geburtstag, denn nur im Schaltjahr gibt es dieses Datum. Damit würden sie tatsächlich nur vier beziehungsweise 14 Jahre alt, schmunzeln beide.

So fühlen sie sich aber nicht. Aber sie sind davon überzeugt, dass ihr Geburtsdatum etwas Besonderes ist. „Wenn ich das früher erzählt habe, dann wurden in der Schule immer viele Späße darum gemacht“, sagte Nicole.

In der Grundschule hätten die Mitschüler oft gesagt. „Du bist ja nur ein Jahr alt.“ Sie dachte dann, die anderen seien nur neidisch, weil sie einen so coolen Geburtstag habe.

Mutter Claudia Gallwitz erinnert sich noch an die Zeit rund um die Niederkunft. Der errechnete Termin sei am 3. März gewesen und alle hätten schon vorher gesagt, sie kommt bestimmt am 29. Februar. Und so war es dann auch.

„Wenn ich das früher erzählt habe, dann wurden in der Schule immer viele Späße darum gemacht.“

Ein Trostpflaster: Die kleine Nicole war im Homberger Krankenhaus das einzige Kind, das an diesem Tag dort geboren wurde und kam als Baby der Woche in die Zeitung. „Da war sie schon das erste Mal mit dem ungewöhnlichen Datum der Star“, sagt die Mutter. Im Krankenhaus habe man ihr eine Regel genannt, wie die Geburtstage zu feiern seien: Wenn das Kind vormittags geboren wurde, solle man zwei Jahre hintereinander am 28. Februar feiern und einmal am 1. März. Für Nachmittagsgeborene gelte die Regel: einmal am 28. Februar und zweimal am 1. März. „Daran haben wir uns aber nie gehalten.“

Nicole kam um 9.30 Uhr auf die Welt. Rund um den Geburtstag wurden dann auch später oft Witzchen gemacht. Vater Hans-Peter drohte, keine Geschenke zu machen, wenn es kein Schaltjahr gab. „Das habe ich als kleines Kind geglaubt, wahr hat er das nie gemacht“, sagt sie.

Dieses Jahr gibt es ein großes Familienfest und später am Samstag drauf eine Party mit den Freundinnen. „Dafür will ich eine Torte in Pink mit Ponys und Blumen backen, und mit einer dicken Vier darauf“, freut sie sich schon.

Und es gibt noch eine zweite Torte mit einer 16: Außerhalb der Schaltjahre wird der Geburtstag bei Gallwitzens kurzerhand auf den 1. März verlegt. Dann kommt die ganze Familie zusammen, denn da hat zufällig ihre ältere Schwester Lisa Geburtstag.

„Da war sie schon das erste Mal mit dem ungewöhnlichen Datum der Star.“

Dieses Jahr muss sie allerdings den Kürzeren ziehen und den 23. Geburtstag vorfeiern. Zum Familienfest kommt die Verwandtschaft wie jedes Schaltjahr am 29. Februar.

Groß feiern will auch der Polier Mike Altenbrand. Er gratuliert jedes Jahr noch einer Hebelerin an diesem Tag zum Geburtstag. Christine Topp wird heute 76.

Nicole rechnet schnell nach. Das sind dann 19 Jahre. Altenbrand erinnert sich noch, wie seine Eltern immer erzählten, dass sie alles versucht hätten, um ihrem einzigen Sohn dieses Geburtsdatum zu ersparen. Aber für ihn sei das zur Normalität geworden. Er feiert dann eben sonst immer am 1. März.

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