1000 Niedersachsen warten auf Organ: weniger Transplantationen

Darauf warten viele: Organe zur Transplantation werden ein einem Behälter transportiert. Foto: dpa

Göttingen/Hannover. Fast 1000 Menschen warten in Niedersachsen auf ein Spenderorgan – fast fünf Prozent mehr als zu Beginn des Jahres 2015. Die meisten von ihnen brauchen eine neue Niere (827).

Das berichtet die Techniker Krankenkasse (TK) unter Berufung auf die aktuelle Statistik der Stiftung Eurotransplant. Unter den Wartenden befinden sich auch 14 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Die Zahl der Organtransplantationen ist in Niedersachsen zurückgegangen: Wurden 2014 noch 624 Organe transplantiert, so waren es im vergangenen Jahr nur 545 Organe. Auch bundesweit sinkt die Zahl der Transplantationen. 2014 wurden insgesamt 4169 Organe verpflanzt, im vergangenen Jahr waren es nur 4060.

Nach dem Organspendeskandal um manipulierte Wartelisten, der zunächst in der Universitätsklinik Göttingen und dann noch in weiteren Kliniken mit Transplantationszentren entdeckt worden war war, ist es zu einem Rückgang der Organspenden gekommen.

Im November 2012 trat die Reform des Transplantationsgesetzes in Kraft. Seitdem sind die Krankenkassen verpflichtet, Versicherten ab 16 Jahren alle zwei Jahre Informationen zur Organspende mit einem Organspendeausweis zuzuschicken und sie zu bitten, darauf eine Entscheidung festzuhalten.

„Richtig oder falsch gibt es bei der Bereitschaft für eine Organspende nicht“, so ein Sprecher der Techniker Krankenkasse.

Auch die Bundesländer bemühen sich, die Zahl der Organspender zu erhören, haben Kampagnen für den Organspendeausweis gestartet, so auch Niedersachsen vor zwei Jahren. 

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